Displays der Zukunft
Hauch von einem Bildschirm

Ein Spin-Off der Dresdner Universität will es mit der japanischen High-Tech-Konkurrenz aufnehmen: Die 2001 gegründete Firma Novaled plant den Einstieg in den Markt mit Bildschirmen auf Basis organischer Leuchtdioden (OLEDs). Sie sollen in einigen Jahren die bisherigen Flachbildschirme ablösen.

HB KÖLN. Schon jetzt kommt die neue Technologie in kleinen Bildschirmen zum Einsatz, zum Beispiel in Handys, Digitalkameras oder Autoradios. Bis Mitte 2005 will Novaled ein marktreifes OLED-Display für PDAs, also handliche Minicomputer, entwickelt haben.

Displays auf OLED-Basis haben gegenüber Flüssigkristall-Bildschirmen (LCD) viele Vorteile: Ihre Bilder sind aus allen Betrachtungswinkeln schärfer und heller, sie verbrauchen weniger Energie und sie sind hauchdünn – heutige Modelle messen gerade einmal einen Millimeter Dicke. Damit können sie wie eine Folie auf praktisch jeder Oberfläche angebracht werden. Manche Visionäre gehen von Bildschirmen aus, die Litfasssäulen oder ganze Hauswände überziehen, von Computermonitoren, die sich zusammenfalten lassen oder Fernsehern, die wie Poster an der Wand hängen.

Vor etwa zwanzig Jahren entdeckten Forscher die ersten Kunststoffe, die unter Stromzufuhr leuchten. Diese Polymere bilden den Grundstein heutiger OLEDs. Bei der einfachsten Form wird eine Glasplatte oder Folie mit Strom leitendem Indium-Zinn-Oxid beschichtet. Darauf wird eine nanometerdünne Schicht der illuminierenden Polymere aufgetragen. Den Schluss bildet eine zweite Elektrode. Wird eine Spannung angelegt, leuchtet das Kunststoff-Sandwich.

Von der Konkurrenz will sich Novaled mit seiner eigenen Technologie absetzen. Den Dresdnern ist es gelungen, den Energieverbrauch der heute üblichen OLED-Displays auf die Hälfte zu reduzieren. Die Forscher haben durch gezielte Verunreinigung der Transportschichten mit bestimmten Molekülen die Leitfähigkeit erhöht und so die nötige Betriebsspannung verringert. Dabei verschwendet die Diode weniger Energie durch Wärmeausstrahlung. Die Entwickler wollen den Energieverbrauch weiter reduzieren – auf ein Fünftel des heutigen Werte.

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