DLR testet neues Verfahren: Mehr Flugzeuge ohne neue Landebahnen

DLR testet neues Verfahren
Mehr Flugzeuge ohne neue Landebahnen

Mehr Flugzeuge ohne zusätzliche Landebahn – das könnte Flughäfen aufwendige Genehmigungen ersparen. Ein neues Verfahren soll Luftwirbel eindämmen, die bisher große Sicherheitsabstände zwischen den Flugzeugen erfordern.
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MünchenEs sind sechs Platten aus weißlackiertem Sperrholz, 2,20 Meter mal 4 Meter groß. Senkrecht im Abstand von zehn Metern am Anfang der Landebahn aufgestellt soll eine solche einfache Konstruktion mehr Landungen ermöglichen – ohne den aufwendigen und meist von großem Widerstand der Anwohner begleiteten Bau neuer Landebahnen.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat seine in Deutschland bereits patentierte Erfindung vor wenigen Tagen in Oberpfaffenhofen bei München erstmals unter realen Flugbedingungen mit dem Forschungsflugzeug „Halo“ getestet.

„Halo“ ist eine modifizierte Gulfstream G550 – je nach Flugzeugtyp müsste die Konstruktion in der Größe angepasst werden und könnte bis zu doppelt so groß ausfallen.

Die DLR-Testpiloten Stefan Grillenbeck und Steffen Gemsa steuern „Halo“ durch künstlich erzeugten Rauch, der die sonst unsichtbaren spiralförmigen Wirbel an den Tragflächen sichtbar machte. In 22 Metern Höhe mit etwa 250 Stundenkilometern überfliegt „Halo“ die Plattenkonstruktion. Experten beobachten mit geübtem Auge, dass die Wirbel schneller zerfallen als beim Kontrollflug ohne Platten.

„Das sieht sehr gut aus“, sagt DLR-Projektleiter Frank Holzäpfel. „Aber letztendlich wissen wir es erst, wenn wir die Lasermessung ausgewertet haben.“ Im nächsten Schritt soll das System an Verkehrsflughäfen getestet werden. „Es gibt Gespräche mit Singapur.“ Eine Markteinführung könne in einigen Jahren möglich sein.

Die sogenannten Wirbelschleppen bilden sich an den Tragflächen der Flugzeuge. Besonders gefährlich sind sie, wenn kleine oder mittlere Flugzeuge hinter großen Fliegern starten oder landen. Dann ist laut Deutscher Flugsicherung ein Sicherheitsabstand von bis zu elf Kilometern nötig. Flugzeuge seien dazu in Wirbelschleppenkategorien eingeteilt, erläutert die Sprecherin der Flugsicherung, Kristina Kelek. „Je nach der Kategorie ist festgelegt, in welchem Abstand die Flugzeuge hintereinander fliegen müssen, sonst könnte die kleinere Maschine in die Wirbelschleppen der größeren geraten.“

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Mutmaßlich Wirbelschleppen-Schäden im Frankfurter Raum

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  • "VERMUTET WIRD ein Zusammenhang mit der Einflugschneise der neuen Landebahn" Das ist Landesregierungs-blabla. Die Landesregierung hat sogar behauptet, daß die Kausalität der herunterfliegenden Dachziegel mit den landenden Flugzeugen nicht gesichert sein. Was soll es denn bitteschön sonst sein, wenn Dachziegel ziemlich genau auf der Linie der Einflugschneise runterkommen? Ein ganz neues Wetterphänomen oder die Waschbären? Von einem Dach sind an Ostern 50 Ziegel runtergekommen und nicht weit entfernt davon stand ein 5jähriger Junge. Ein Wunder, daß noch nichts Schlimmeres passiert ist. Wer's nicht glaubt, der kann mal auf die FLörsheimer Fluglärmseite gehen. Da kann man sich alles genau angucken. Muß erst eine Katastrophe passieren, bevor die Politik Menschenleben über Geld stellen?

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