Drachenloch im Südchinesischen Meer
Das tiefste blaue Loch der Erde

Tiefe Sinklöcher, sogenannte Blue Holes, sind keine Seltenheit im Kalkgestein von Korallenriffen. Doch das Drachenloch im Südchinesischen Meer überraschte die Forscher einer geologischen Expedition dann doch.

HeidelbergMitten im Riff öffnet sich plötzlich der Boden – scheinbar grundlos durchbricht dunkles Blau die helleren Farbtöne des umgebenden Wassers: Blue Holes genannte Sinklöcher sind keine Seltenheit im Kalkgestein von Küstensaumriffen. Dennoch sind diese geologischen Erscheinungen immer noch für Überraschungen gut, wie eine Expedition ins Südchinesische Meer zum so genannten Longdong-Sinkloch im Xisha-Archipel belegt.

Das Drachenloch wurde dabei erstmals vermessen – und gilt nun als das tiefste bekannte Blue Hole der Erde. Mit einer Tiefe von 300,89 Metern übertrumpft es den bisherigen Spitzenreiter Dean's Blue Hole in den Bahamas, das es „nur“ auf 202 Meter bringt.

Sinklöcher entstehen ähnlich wie Einsturzdolinen an Land, wenn unterirdisches Wasser das Kalkgestein aushöhlt, bis schließlich das Dach einbricht. Häufig entstanden sie während der Eiszeiten, als die Region trockengefallen war. Als die Gletscher schmolzen, füllten sich die Trichter schnell, und da sie relativ tief sind, wirken sie dunkler als die Umgebung.

Das Longdong-Loch – auch genannt Drachenloch – wird von lokalen Fischern auch als das „Auge des Meeres“ bezeichnet, weil Form und Farbe an eine Pupille erinnern. In den obersten Schichten leben nach den Erhebungen der Forscher rund 20 Fischarten, tiefere Regionen sind dagegen wohl frei von höherem Leben, weil dort Sauerstoffmangel herrscht.

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