Dragon fliegt zur ISS
Vor dem Start in eine neue Raumfahrt-Ära

Nach mehrfacher Startverschiebung soll am Samstag nun erstmals ein privater Raumtransporter zur Raumstation ISS abheben. Die Verantwortlich sind nervös – und bauen bereits einem möglichen Fehlschlag vor.
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WashingtonDie Nasa schlägt ein neues Kapitel in der Raumfahrtgeschichte auf: An diesem Samstag soll im Auftrag der US-Weltraumbehörde der erste private US-Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das kalifornische Unternehmen SpaceX will seine unbemannte Kapsel mit dem Namen „Dragon“ (Drache) vom Nasa-Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) aus mit der ebenfalls selbst entwickelten Falcon 9-Trägerrakete ins All schießen.

„Es ist ein historischer Start“, meint ISS-Programmdirektor Mike Suffredini von der Nasa. „Wir stehen in der Morgendämmerung einer neuen aufregenden Ära“, zeigen sich die Verantwortlichen von SpaceX überzeugt.

Doch die Nasa und der kommerzielle Raumschiffbauer sind sich bewusst, dass es nicht einfach wird. Schließlich hatte die Mission zuvor aus technischen Gründen mehrfach verschoben werden müssen. „Unsere Aussichten sind recht gut, aber es muss betont werden, dass bei einer solchen Mission auch vieles schiefgehen kann“, erklärte Firmenchef Elon Musk. Es ist überhaupt erst der dritte Flug der Falcon-9-Rakete und der zweite der „Dragon“-Kapsel.

Die Reise zur ISS soll drei Tage dauern. Als besonders kompliziert gilt bei dem Testflug das Andocken des „Drachen“ an die Raumstation. In der letzten Phase müssen die Astronauten der ISS die Kapsel mit einem Roboterarm packen und in die richtige Parkposition bringen. Im Notfall kann das Manöver in letzter Minute abgeblasen werden. Die mehr als 500 Kilogramm schwere Ladung der Kapsel – vor allem Proviant für die ISS-Bewohner – sei entbehrlich, betonen Nasa und SpaceX.

Zwei Wochen soll der „Drache“ an der Raumstation angedockt bleiben. Auf dem Rückflug wird die Kapsel mehr als 600 Kilogramm Abfall zur Entsorgung auf der Erde an Bord haben. Geplant ist eine Wasserlandung im Pazifik vor der kalifornischen Küste. Ein Schiff soll „Dragon“ dann auflesen und an Land bringen. Langfristig soll auch eine Landung auf festem Boden möglich werden.

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