Druck auf Bauminister wächst: Bau-Tüv für noch sichere Gebäude

Druck auf Bauminister wächst
Bau-Tüv für noch sichere Gebäude

Nach dem Einsturz der Eishalle von Bad Reichenhall, die zahlreiche Menschenleben gekostet hat, wird der Ruf nach einem Bau-Tüv immer lauter.

HB DÜSSELDORF. „Öffentliche Gebäude mit erhöhtem Gefährdungspotenzial sollten regelmäßig überprüft werden“, fordert Professor Bruno O. Braun, Chef des Tüv Rheinland. Mit einem Schnell-Check bieten die Kölner den Kommunen ab sofort an, sich einen ersten Überblick über den Zustand ihrer Gebäude zu verschaffen.

Bislang ist es dem Besitzer alleine überlassen, ob er Gebäude regelmäßig in bestimmten Zeitabständen prüfen lässt. Eine gesetzliche Regelung oder einheitliche Prüfkriterien und damit ein Bau-Tüv existieren nicht. Bereits heute gibt es umfangreiche Prüfpflichten für die Elektro- und Gebäudetechnik in öffentlichen Gebäuden. Vorgeschrieben sind auch Kontrollen zur Standsicherheit bei allen öffentlichen Brücken. Allein der Tüv Rheinland überwacht 40 Brücken elektronisch. „Dies könnte man auch in Gebäuden machen“, sagt Braun, der aber auf freiwillige Regelungen setzt.

Unterstützung kommt vom Konkurrenten Tüv Nord in Essen. Es sei sehr sinnvoll, Gebäude mit Publikumsverkehr wiederkehrend prüfen zu lassen, sagte ein Sprecher. Unterschiedliche Baustoffe hätten unterschiedliche Risiken. Stahlbeton könne rosten oder Risse bilden. Holz könne durch Nässe zu faulen beginnen. Dadurch könne sich die Tragfähigkeit eines Gebäudes, dessen Statik einmal gut berechnet war, ändern.

Während die Tüvs ein Zusatzgeschäft wittern, wächst der politische Druck auf Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Er hat die Bundesländer bereits aufgefordert, einen Bau-Tüv zu prüfen. Sie sollen auf ihrer Konferenz im Februar ausloten, ob die Anforderungen an Sicherheit und Kontrollen in den Bauordnungen ausreichen. Doch die Länder sperren sich. Gegen regelmäßige Sicherheitskontrollen sprach sich der nordrhein-westfälische Bauminister Oliver Wittke (CDU) aus. Es gebe bereits zahlreiche Sicherheitsvorschriften im Baurecht.

Der Tüv Rheinland konnte 2005 seine Position als die Nummer drei der Prüfdienstleister nach der Dekra und dem Tüv Süd verteidigen. Laut Braun stieg der Umsatz in der Gruppe um zehn Prozent auf 850 Mill. Euro. Besonders stark legten die Rheinländer mit plus 15 Prozent auf 300 Mill. Euro im Ausland zu. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 33 Prozent auf 40 Mill. Euro, die Umsatzrendite um einen Prozentpunkt auf fünf Prozent. Beschäftigt wurden rund 9 200 (04: 8 380) Mitarbeiter, davon 5 200 (5 100) in Deutschland.

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