Druckverlust in Sauerstoffflasche
Weltraumausstieg an der ISS abgebrochen

Die Internationale Raumstation (ISS) hat in der Nacht zum Freitag einen riskanten Weltraumausstieg einige Minuten nach dem Beginn abgebrochen. John Petty, der Sprecher der Raumfahrtbehörde NASA erklärte, dass der US-Astronaut Mike Fincke und sein russischer Kollege Gennadi Padalka seien nach 14 Minuten und 22 Sekunden unversehrt in die Station zurückgekehrt seien. Als Grund wurde der Druckverlust in der Sauerstoffflasche von Fincke genannt.

HB Washington. Für Fincke und Padalka habe keine Gefahr bestanden. Die Bodenkontrolle in Moskau, die den Ausstieg koordinierte, habe beide zurück in die Raumstation beordert. Die russischen Raumanzüge, die die beiden benutzten, hätten einwandfrei funktioniert, betonte Petty. Es war nach Angaben der NASA das erste Mal, dass diese Anzüge bei einer Reparatur am amerikanischen Teil der Raustation zum Einsatz kommen sollten.

Der 53. Weltraumausstieg seit Einrichtung der Station war seit zwei Monaten vorbereitet worden und besonders kompliziert. Er war auf sechs Stunden angelegt. Die Astronauten sollten eine Schaltplatte reparieren, die kurz nach ihrer Ankunft an der Station im April ausgefallen war. Damit war die Stromversorgung zu einem der vier Steuerkreisel unterbrochen. Ein anderer Steuerkreisel, mit dem die Station auf Kurs gehalten wird, ist bereits seit zwei Jahren defekt. Als die Reparatur beschlossen war, fiel das Kühlsystem in einem der beiden amerikanischen Weltraumanzüge an Bord aus. Deshalb mussten Fincke und Padalka die russischen Anzüge benutzen und aus dem russischen Pirs Docking-Modul in den Weltraum aussteigen, das aber von dem defekten Steuerkreisel doppelt so weit entfernt ist wie das US-Modul. Die Astronauten hätten deshalb unterwegs möglicherweise die interne Kommunikation verloren und sich dann mit Handzeichen verständigen müssen. Kompliziert wäre die Mission auch geworden, weil sowohl russische als auch amerikanische Bauteile der Station benutzt werden sollten und der Weltraumausstieg deshalb abwechselnd von der russischen und der amerikanischen Bodenkontrolle dirigiert werden musste.

Bislang hatten Astronauten bei Weltraumausstiegen immer einen Kollegen in der Station, um bei Problemen zu helfen. Seit dem Absturz der Raumfähre Columbia im vergangenen Jahr fliegen aber nur noch russische Raumschiffe zur ISS, die nur zwei Astronauten befördern können.

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