Effektive Lebensmittelkontrolle
Dem Gammelfleisch auf der Spur

Forscher der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich haben ein neues Messverfahren zum Aufspüren von Gammelfleisch entdeckt. Mit der Technik können Oberflächen schnell und unkompliziert untersucht werden, wie die ETH am Freitag mitteilte. Im Fall der Fleischproben müsse das Material nicht einmal aufgetaut werden.

HB ZÜRICH. Rund 50 Tonnen verdorbenes Fleisch entdeckte die deutsche Polizei im vergangenen August bei einem Großhändler in Bayern. Da überall verdorbene Lebensmittel in den Handel gelangen können, ist eine effiziente Lebensmittelkontrolle von großer Bedeutung. Für eine umfassende Überwachung braucht es jedoch zuverlässige Messverfahren, mit denen große Mengen an Proben schnell und kostengünstig analysiert werden können.

Die Gruppe von Renato Zenobi, Professor für Analytische Chemie am Laboratorium für Organische Chemie der ETH Zürich, stellt nun in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Angewandte Chemie ein Verfahren vor, das genau diese Anforderungen erfüllt. Die Stärke des Verfahrens sei, dass es schnell und nicht-invasiv sei und keine spezielle Probenpräparation benötigte, heißt es in einer Erklärung der ETH-Zürich. Angesichts der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten erstaune es nicht, dass sich nicht nur Lebensmitteltechniker und Sicherheitsexperten, sondern auch Mediziner und Dopingfahnder für das neue Verfahren interessierten.

Bei dem Verfahren handelt sich um eine Weiterentwicklung einer Technik, mit der es den Forschern erst kürzlich gelungen ist, verschiedene Stoffe in der Atemluft auf einfache Weise nachzuweisen. Nun können sie Substanzen auch mit hoher Präzision auf beliebigen Oberflächen aufspüren. Beide Verfahren basieren auf einem sogenannten Quadrupol-Time-of-Flight-Massenspektrometer, der bereits heute in vielen Bereichen der Forschung routinemäßig eingesetzt wird.

Rein technisch gesehen sei das neu entwickelte Verfahren nichts Aufregendes, sagt Zenobi. So habe ein Postdoktorand das Massenspektrometer bei einem Unternehmen innerhalb einer Stunde so umgerüstet, dass damit die Oberfläche von beliebigen Objekten analysiert werden kann.

„Die Stärke des Verfahrens ist, dass die Messung einer einzelnen Probe nur wenige Sekunden dauert“, bringt Zenobi den Vorteil der neuen Technik auf den Punkt. So könnten routinemäßig große Zahlen von Stichproben analysiert werden. Bemerkenswert seien zudem die vielfältigen Möglichkeiten des Verfahrens. So sei der Ansatz, dass auch Oberflächen von Lebewesen untersucht werden könnten, außergewöhnlich. Die Forscher beschäftigen sich darüber hinaus mit Untersuchungen darüber, welche Substanzen sich auf der Haut finden lassen. So konnten Spuren von Nikotin, Kaffee und auch von Sprengstoff auf der Haut von Probanden nachgewiesen werden.

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