Effizientere Behandlung
Fortschritt in der Krebstherapie

Eine Bestrahlung dauert zwischen 30 und 45 Minuten.Diese Zeit könnte künftig in einigen Fällen ausreichen, um die herkömmliche Strahlentherapie zu ersetzen, sagt Wenz. Es gebe Hinweise darauf, dass die lokale Bestrahlung mit einer hohen Dosis bei manchen Krebsarten im frühen Stadium ausreicht. Derzeit läuft eine internationale Studie zur Behandlung von Brustkrebs, in der die gängige Strahlentherapie mit einer Einmalbestrahlung während der Operation verglichen wird. Zeigt sich, dass beide Methoden gleichwertig sind, wäre die Brustkrebstherapie künftig für viele Patientinnen an einem einzigen Tag erledigt. Ähnliche Überlegungen stellen die Mediziner zur Bekämpfung kleiner Lungentumoren an. Erste Studienergebnisse werden jedoch erst frühestens 2010 erwartet.

Der intraoperativen Strahlentherapie ähnlich sind mikrotherapeutische Verfahren – „mit dem Unterschied, dass wir uns die Operation sparen“, sagt Jens Ricke, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Magdeburg. Bei der sogenannten Brachytherapie (griechisch: brachys = nah/kurz) wird die Strahlenquelle ebenfalls direkt im Tumor platziert. Der Arzt schiebt über einen kleinen Schnitt im Körper einen Katheter zum Krebsherd. Anschließend werden kleine Kapseln mit radioaktivem Iridium zum Tumor transportiert, die diesen für wenige Minuten hoch dosiert bestrahlen.

„Aufgrund der hohen Zielgenauigkeit mikrotherapeutischer Eingriffe wird auch hier das umliegende Gewebe weitgehend geschont“, sagt der Magdeburger Klinikdirektor. Die Behandlungsmethode wird inzwischen an vielen Kliniken bei der Behandlung von Darmkrebs und Lebertumoren genutzt. Zur Steuerung des Eingriffs arbeiten die Ärzte heute noch mit Ultraschall oder nutzen die Computertomografie.

„Beide Verfahren haben jedoch für die Mikrotherapie Nachteile“, sagt Ricke. So sei es häufig nicht möglich, Organe und andere Weichteile mit der für den hochpräzisen Eingriff notwendigen Bildqualität sichtbar zu machen. Das Uniklinikum Magdeburg will daher künftig verstärkt zur Navigation im Körper mit Magnetresonanztomografie (MRT) arbeiten. Im Rahmen eines Entwicklungsprojekts mit Philips arbeiten die Mediziner daran, das Bildgebungsverfahren für die Mikrotherapie zu erschließen. „Mit dem MRT können wir den Tumor besser erkennen und unsere Instrumente millimetergenau steuern“, sagt Ricke. So ließe sich nicht nur die Qualität der Eingriffe weiter verbessern, sondern auch die minimalinvasive Behandlungstechnik könnte weiter optimiert werden, ist sich Ricke sicher.

Ein weiterer Vorteil: Arzt und Patient werden keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt. Der niederländische Medizintechnikkonzern hat als einziger Hersteller ein hochauflösendes offenes MRT im Programm, in dem Mediziner ausreichend Platz haben, um den Patienten behandeln zu können. Die Herausforderung liegt nun darin, Werkzeuge und Steuerungen zu entwickeln, die in dem starken Magnetfeld genutzt werden können.

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