Effizientere Behandlung
Fortschritt in der Krebstherapie

Bisher mussten Krebspatienten nach einer erfolgreichen Operation noch eine langwierige Bestrahlung hinnehmen. Dies bedeutete zusätzliche Belastungen für den Patienten und das eigentlich gesunde Körpergewebe. Eine neue Form der Behandlung ermöglicht es Chirurgen nun jedoch, zwei Therapieschritte in einem zu vollziehen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Erst die Operation und dann später die Strahlentherapie – das ist heute Standard bei der Behandlung vieler Krebserkrankungen. Nach der chirurgischen Entfernung des Tumors müssen die Patienten häufig über mehrere Wochen jeden Tag zur Bestrahlung. Medizintechnikhersteller haben nun Geräte entwickelt, mit denen Ärzte das kranke Gewebe bereits während der Operation bestrahlen können. Dadurch wird die Bestrahlungsdauer erheblich verkürzt und darüber hinaus gesundes Gewebe geschont.

Am häufigsten wird die Strahlentherapie heute mit so genannten Linearbeschleunigern durchgeführt. Dabei wird die gesamte Strahlendosis in kleinen Einzeldosen über mehrere Behandlungstage verabreicht. Auf diese Weise sollen die Nebenwirkungen reduziert werden. Allerdings kommen die Mediziner nicht darum herum, das Gewebe um den Krebsherd relativ großflächig zu bestrahlen, um auszuschließen, dass Krebszellen überleben.

Seit einiger Zeit versuchen Mediziner, das Krebsgewebe direkt zu bestrahlen – während der Operation. Nachdem der Chirurg den Tumor so gut wie möglich entfernt hat, richtet der Strahlenmediziner die Strahlung direkt auf das um den Tumor verbleibende, freigelegte Gewebe. „So lässt sich gesundes Gewebe schonen und verdächtiges Gewebe mit einer höheren Dosis behandeln“, erklärt Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Mannheim, den Vorteil.

Er wendet die neue Methode regelmäßig bei der Behandlung von Brustkrebs an. Der Strahlenmediziner bestrahlt den Bereich um den Tumor gezielt mit einer hohen Dosis, wodurch die gesamte Therapiedauer um ein bis zwei Wochen verkürzt werden kann. Auch bei anderen Krebsarten kommt das neue Verfahren bereits zum Einsatz, vor allem bei Darm-, Gebärmutter- und Lungenkrebs.

Doch nicht jede Klinik kann das neue Verfahren anbieten. Um eine Bestrahlung während der Operation möglich zu machen, müssen erst logistische Hindernisse überwunden werden. In gewöhnlichen Bestrahlungsräumen herrschen keine sterilen Bedingungen, wie sie während der Operation Voraussetzung sind. Und in Operationssälen sind in der Regel keine Bestrahlungsmaschinen vorhanden.

Die Medizintechnik-Firma Zeiss Meditec hat deshalb ein mobiles Bestrahlungsgerät entwickelt, das in jeden OP passt und leicht transportiert werden kann. Das Intrabeam genannte Gerät erzeugt eine Strahlung geringer Energie – so genannte weiche Röntgenstrahlung – und gibt diese Strahlung über einen kugelförmigen Aufsatz in alle Richtungen gleichmäßig ab. Je nach Umfang des entfernten Tumors kann der Arzt zwischen verschiedenen Aufsatzgrößen wählen, die genau in die ausgeräumte Tumorhöhle passen.

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