Ein neuartiger Airbag und computergestützte Lenk- und Bremssysteme sollen Unfälle verhindern oder ihre Folgen mildern
Autobranche macht das Fahren sicherer

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist schneller gestiegen als die Mobilität – und das soll nach dem Willen der Europäischen Kommission so weitergehen. Sie hat das Ziel vorgegeben, durch Selbstverpflichtungen der Autohersteller die Zahl der Verkehrstoten (2004 in Deutschland 5 842) bis 2010 zu halbieren. Für Hersteller und Zulieferer ist die Sicherheit ein weites Feld technischer Innovation.

HB KÖLN. Zum besseren Schutz der Insassen präsentierte Toyota jetzt eine Weiterentwicklung des Airbags für den Beifahrer. Dieser hat zwei Kammern statt wie herkömmlich eine. Wird er ausgelöst, fällt der Kopf des Passagiers in eine Vertiefung und wird sanfter als bisher abgebremst. Die Aufprallenergien werden schonender auf den Oberkörper verteilt. „Auf diese Weise werden die negativen Effekte der Airbagkräfte gemindert“, sagt Toyota-Sprecher Karsten Rehmann.

Damit sich der Airbag individuell anpasst, entwickeln Zulieferer Sensoren, die den Airbag auf den Beifahrer abstimmen. Siemens VDO Automotive will mit dem Advanced Weight Sensor, der bis Ende 2006 in Serie gehen soll, dafür sorgen, dass sich der Luftsack je nach Gewicht stärker oder schwächer aufbläst. Vier Sensoren im Sitz messen das Gewicht und dosieren den Airbag in fünf Stufen vom Kleinkind bis zum 95-Kilo-Mann. Siemens VDO entwickelt darüber hinaus einen Sensor, der die Schwere des Unfalls bei der Auslösung der Airbags und Gurtstraffer berücksichtigen soll - indem er ihn hört. Neben den bislang zur Unfallerkennung eingesetzten Beschleunigungs- und Drucksensoren soll dieser Crash Impact Sound Sensor (CISS) an den Schwingungen der Karosserie in Millisekunden erkennen, ob es sich um einen schweren Zusammenstoß oder nur einen Kratzer handelt. Zusammen mit den Signalen der Beschleunigungssensoren können durch Auswertung der Verformungsgeräusche, die Rückhaltesysteme individuell ausgelöst werden. Ab 2007 soll der Sensor zum Einsatz kommen.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) investiert die deutsche Autoindustrie mit jährlich 17 Mrd. Euro rund 36 Prozent ihrer gesamten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Sicherheitstechnologie. „Nach der erheblichen Verbesserung der passiven Sicherheit der Fahrzeuge arbeitet die deutsche Automobilindustrie jetzt mit Hochdruck an aktiven Assistenzsystemen, die Unfälle von vornherein vermeiden helfen“, sagt VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

Denn die Grenzen der passiven Sicherheit sind schnell erreicht, wenn es um Fußgänger geht. Da gibt es einen Zielkonflikt: Die Frontpartien der Autos können nicht allzu weich konstruiert werden, sonst leidet der Crash-Schutz der Insassen. Die Hersteller sehen daher in unfallverhindernden Systemen großes Potenzial.

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