Ein neues telemedizinisches Portal in Bayern hilft beim Austausch von Patientendaten und Befunden
Ärzte stellen die Diagnose per Internet

Medizinische Diagnosen sollen, dank eines neuen eines neuen Telemedizin-Portals am Klinikum der Universität München-Großhadern, nur noch eine Sache von Minuten sein.

BERLIN. Das kleine Knötchen in der Brust der Patientin ist auffällig. Der behandelnde Arzt scheut aber die Diagnose Krebs. Normalerweise würden nun wertvolle Tage oder gar Wochen vergehen, bis eine zweite oder dritte Meinung eingeholt wäre. Dank eines neuen Telemedizin-Portals am Klinikum der Universität München-Großhadern sind dafür nur wenige Mausklicks nötig – eine Sache von Minuten.

„TempoBy“ heißt das neue Informationsportal. Mit ihm können Arztpraxen, Krankenhäuser und Reha- Kliniken schnell medizinische Informationen und Untersuchungsergebnisse mit bildgebenden Verfahren (Röntgen, Computertomografie, Ultraschall) austauschen. So kann auch der Landarzt auf sicherem Weg eine Expertenmeinung aus der Uniklinik einholen, neueste Erkenntnisse und weitere Daten zum Patienten von anderen Ärzten abfragen. Der Patient spart sich lange Wege und wertvolle Zeit.

„Das Ziel ist, den Arbeitsalltag der behandelnden Ärzte und die Patientenbetreuung zu optimieren“, erklärt Sylvia Villain, stellvertretende Leiterin der Medizinisch-Administrativen Informationstechnologie am Uniklinikum München. Die Grundfunktion des Portals bestehe darin, alle denkbaren medizinischen Dokumente entgegenzunehmen, zu archivieren und weiterzugeben. „Dazu zählen auch die Ergebnisse bildgebender Diagnoseverfahren“, berichtet Mathematikerin Villain. Neben der Möglichkeit, schnell einen Zweitbefund einzuholen, ließe sich auch ein Erstbefund per Ferndiagnose erstellen. Gerade in strukturschwachen Regionen oder zur Urlaubszeit sei das von Vorteil.

Auch der Arzt wird durch das Portal entlastet: „Bei einer Überweisung lassen sich Patientendaten, Akten, Bilder und Labordaten direkt abrufen und am PC diskutieren“, sagt Villain. Eine Datenbank hält anonymisierte medizinische Informationen bereit, etwa die eines Tumorregisters für Referenzdiagnosen, um die Beurteilung zu erleichtern.

Nur angemeldete Benutzergruppen dürfen am Austausch der vertraulichen Patientendaten teilnehmen. Um das zu gewährleisten, wird ein von Siemens ICN entwickeltes virtuelles privates Netz (VPN) eingesetzt. Das ist ein im Internet eingebettetes Extranet für eine geschlossene Benutzergruppe, deren Zugangsberechtigung vom Portalbetreiber Imaging Service GmbH (ISG) verwaltet wird. So soll verhindert werden, dass mit den sensiblen Daten Schindluder getrieben wird.

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