Eine neue Software berechnet, wie sich Güter am besten verpacken lassen
Digitaler Verpackungsplaner reduziert Transportkosten

Eine neue Software erleichtert Verpackungsplanern und Lagerarbeitern in Zukunft ihre Arbeit. Sie hilft dabei, wenn es darum geht, sperrige Bauteile optimal in Containern zu verstauen. Zeitaufwendiges Herumprobieren mit nicht immer optimalen Ergebnissen gehört der Vergangenheit an. Dafür sorgt das Programm Pack-Assistent, das die Münchner Firma MVI Solve-IT GmbH zusammen mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI entwickelt hat.

BERLIN. Schuhkartons oder Fußbälle möglichst Platz sparend für den Transport oder das Lager zu packen, erledigt sich im Grunde von selbst. Ganz anders stellt sich die Aufgabe, wenn es um Getriebe, Auspuffrohre oder Lautsprecher geht. Je komplexer die Geometrie, desto schwieriger der Packauftrag. „Mit unserem Programm lassen sich nun baugleiche Teile optimal in Standardbehältern unterbringen“, sagt Fabio Ricci, der bei der Softwarefirma für den Pack-Assistenten verantwortlich ist.

Es gibt zwar schon Programme, mit denen die Verpackung optimiert werden kann. „Doch diese Systeme haben lange Rechenzeiten. Jede Lagermöglichkeit wird hier einzeln berechnet“, sagt Fraunhofer-Informatiker Stefan Rank. Außerdem sei es mit üblicher Software nicht möglich, Bauteile zu drehen oder zu erkennen, wann sie sich verhaken.

Der Algorithmus der Fraunhofer-Forscher arbeitet komplexer. Wird der Pack-Assistant mit Daten gefüttert, spuckt er schon nach kurzer Zeit die bebilderte Verpackungsanleitung aus. Auch weniger Computerversierte sollen mit der windowsbasierten Benutzeroberfläche gut zurechtkommen. Das Programm kommt bereits während der Konstruktion von Teilen zum Einsatz. „So kann die gesamte Logistikkette frühzeitig geplant werden, angefangen vom Bedarf an Behältern über den Transport bis hin zur erforderlichen Lagerfläche“, sagt der Fraunhofer-Informatiker Stefan Rank.

Die geometrischen Daten werden im VRML-Standard, über den jeder CAD-Rechner in der Konstruktion verfügt, in den Computer eingelesen. Der Rechner berechnet dann automatisch wie man die Teile möglichst Platz sparend, stabil und sicher unterbringt.Das Ergebnis wird dreidimensional als befüllter Container am Bildschirm dargestellt. Die Software stellt zusätzlich eine detaillierte Verpackungsanweisung mit Grafiken als Word-Dokument für die Arbeiter zusammen.

Erste Nutzer der digitalen Packhilfe sind Audi, BMW und deren Zulieferer. Nach Angaben von Ralf Heckmann, dem Leiter der Abteilung Optimierung am SCAI werden auf diese Weise bis zu 30 Prozent Platzersparnis herausgeholt. Das Sparpotenzial liege bei bis zu 25 Prozent.

Die Optimierung geht nicht zu Lasten der Transportsicherheit, denn bei der Berechnung achtet die Software darauf, dass nichts verrutschen kann und jedes Teil einfach ausgepackt werden kann. Bislang werden die einzelne Lagen der verpackten Bauteile noch durch Platten voneinander getrennt, um Beschädigungen zu vermeiden. Künftig wollen die Informatiker auch die Hohlräume noch clever nutzen. Das soll mit einer Weiterentwicklung des Systems glücken. „Dann wird es gelingen, mit flexiblen Schaumstofflagen zu planen“, sagt Rank.

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