Elektrofahrräder
Elektrokraft ersetzt den Rückenwind

Lange Zeit wurden sie belächelt und galten als Fortbewegungsmittel für Senioren. Inzwischen sind Elektrofahrräder aber auch bei breiteren Bevölkerungsteilen in Mode gekommen. Die E-Bikes entwickeln sich immer mehr zum Trendprodukt - auf den Fahrradmessen im Herbst zeigen die Hersteller die neueste Technik.

DÜSSELDORF. Die Zahl der verkauften E-Bikes hat sich seit 2005 in Deutschland von 25 000 auf 65 000 im Jahr 2007 mehr als verdoppelt. Nach Einschätzung des Branchenverbandes ZIV wird sich das Wachstum auch in diesem Jahr fortsetzen - auf bis zu 100 000 Fahrräder.

Die so genannten Pedal Electric Cycles (Pedelecs) verdanken ihre neue Beliebtheit vor allem der Verkleinerung des Antriebs. Die Hersteller haben die Komponenten so geschickt in die Fahrräder integriert, dass diese auf den ersten Blick gar nicht mehr als E-Bikes zu erkennen sind. "Das ist ein wesentlicher psychologischer Effekt", sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Technik des ZIV (Zweirad-Industrie-Verband) aus Bad Soden im Taunus. Denn vielen sei die Elektro-Unterstützung peinlich.

Inzwischen nutzen auch junge Menschen den Elektroantrieb, um ihr Ziel ohne große Kraftanstrengung zu erreichen. "Das ist besonders ein Argument für Menschen, die mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren wollen und es sich nicht leisten können, dort verschwitzt anzukommen", sagt Neuberger.

Eine weitere Innovation hat den Herstellern bei der Vermarktung geholfen: Bei den heutigen Pedelecs ist die Motorunterstützung an die Tretbewegung gekoppelt. Der Fahrer ist weiterhin aktiv. Er tritt selbst, wird dabei nur unterstützt. Bei den ersten mit Elektromotor angetriebenen Fahrrädern - die es auch heute noch gibt - sind dagegen Muskelkraft und Elektromotor voneinander getrennt. Der Fahrer regelt den elektrischen Antrieb über einen Gasgriff oder Hebel am Lenker, ohne selbst in die Pedale treten zu müssen.

Die Motorsteuerung der Pedelecs ist einfach: Ein Sensor am Radlager misst die Tretintensität, eine Software steuert den Antrieb so, dass er je nach Kraftaufwand die optimale Unterstützung liefert. Dies ist vor allem bei Steigungen oder bei Gegenwind angenehm. Letzteres hat wohl dazu beigetragen, dass die Räder sogar im Fahrradland Holland sehr erfolgreich sind. Pedelecs haben dort inzwischen einen Marktanteil von fast 20 Prozent erreicht, wie der Informationsdienst Bike Europe berichtet.

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