Elektromobilität „Tesla-Schiffe“ sollen Container transportieren

Saubere Antriebe für die Binnenschifffahrt: Eine niederländische Reederei will noch in diesem Jahr Schiffe mit Elektroantrieb in Wasser bringen. Die Elektroschiffe sollen auch autonom fahren können.
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Noch in diesem Jahr sollen die ersten der futuristisch anmutenden Wasserfahrzeuge die Arbeit aufnehmen. (Illustration: Omega Architects/Port-Liner)
Containerschiff mit Elektroantrieb

Noch in diesem Jahr sollen die ersten der futuristisch anmutenden Wasserfahrzeuge die Arbeit aufnehmen. (Illustration: Omega Architects/Port-Liner)

BerlinIn den Niederlanden sollen künftig Binnenschiffe mit Elektroantrieb Container aus den Seehäfen Antwerpen und Rotterdam zu ihrem Bestimmungsort im Binnenland transportieren. Die ersten beiden der wegen des Elektroantriebs und des futuristischen Designs von niederländischen Medien „Tesla-Schiffe“ genannten Wasserfahrzeuge sollen im Sommer einsatzbereit sein.

Die Schiffe sind 110 m lang und 11,4 m breit und können 270 Standardcontainer laden. Die Akkus sind ebenfalls in solchen 20-Fuß-Containern untergebracht. Vier Stück sind an Bord, die zusammen eine Kapazität von rund 72 MWh haben. Das soll für rund 35 Stunden Fahrt ausreichen.

Sind die Akkus leer, werden sie im Hafen gegen volle ausgetauscht. Einen Akku zu laden dauert rund vier Stunden.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Gebaut werden die beiden Schiffe vom niederländischen Unternehmen Port-Liner. Das Logistikunternehmen GVT will sie einsetzen, um Container aus Rotterdam über den Wilhelmina-Kanal ins Industriegebiet von Tilburg zu bringen. Dort montiert unter anderem Tesla Fahrzeuge für den europäischen Markt. Der US-Autobauer hat mit der Entwicklung der Elektroschiffe aber nichts zu tun.

Für den Transport auf Kanälen zwischen den Niederlanden und Belgien plant Port-Liner noch einen kleineren Schiffstyp. Er ist 52 m lang und 6,7 m breit und kann 24 Container sowie 425 Tonnen Schüttgut laden. Das Schiff ist mit einem Akkucontainer ausgestattet, der eine Fahrzeit von 15 Stunden ermöglichen soll. Das erste Schiff dieses Typs soll zwischen Antwerpen und Budel an der niederländisch-belgischen Grenze pendeln und noch in diesem Jahr einsatzbereit sein.

Die Elektroschiffe sollen eine um acht Prozent größere Ladefläche haben als herkömmliche mit Dieselantrieb. Der Stromlieferant muss kein Akku sein. Es sei auch möglich, Brennstoffzellen statt Akkus einzusetzen, sagte Ton van Meegen, Chef von Port-Liner, dem Online-Nachrichtenangebot Logistiek.

Die Schiffe sollen anfangs mit Mannschaft fahren. Geplant ist aber, sie zu einem späteren Zeitpunkt autonom fahren zu lassen, vergleichbar dem Schiff Yara Birkeland, das im Pendelverkehr zwischen drei norwegischen Häfen eingesetzt werden soll. Dieses Schiff soll Ende des Jahres fertig sein und nach zwei Jahren bemanntem Testbetrieb ohne Besatzung fahren.

Insgesamt will Port-Liner elf Elektroschiffe bauen, fünf kleine und sechs große. Das Investitionsvolumen inklusive der Ladestationen in den Häfen soll rund 100 Millionen Euro betragen. Die Europäische Union fördert das Projekt mit sieben Millionen Euro.

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  • Elektroantrieb für kleinere Schiffe ist nichts neues. Die Fa. Torqeedo in Gilching bei München baut seit 2004 Elektromotore für Boote.

  • Ich finde den Gedanken von Elektroschiffen genial. Das Verhältnis von erforderlicher Antriebsleistung und Nutzlast ist bei keinem Transportmittel besser als bei Schiffen. Insofern sind diese für Elektro/Batteriebetrieb prädestiniert.

    Interessant ist, dass man die Subventionen die diese Schiffe von der EU erhalten erst zum Schluss des Artikels erwähnt.

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