Elektrorasierer
Mit Hightech zur sanften Rasur

Ob Schallwellen oder Nanopartikel – im Kampf gegen den Bart präsentieren Hersteller von Elektrorasierern immer neue Verbesserungen. Doch längst sind es nicht mehr die High-Tech-Geräte allein, mit denen die Unternehmen in dem wachsenden Markt Geld verdienen.

DÜSSELDORF. Beim Thema Rasur scheiden sich die Geister: Während die eine Gruppe von Männern lieber zu einem Elektrorasierer greift, schwört die andere auf Nassrasieren mit Schaum und Klingen. Obwohl dies nicht leicht ist, versuchen die Rasiererhersteller immer wieder mit marketingträchtigen Innovationen den einen oder anderen potentiellen Kunden auf ihre Seite zu ziehen.

Nachdem die Hersteller von Nassrasierern seit vergangenem Jahr mit schwingenden oder vibrierenden Klingen um die Käuferschaft buhlen, haben die Marktführer bei den Elektrorasierern Braun und Philips sowie der japanische Hersteller Panasonic in diesem Herbst mit neuer Technik nachgelegt. Die neuen Geräte rasieren mit Hilfe von Schalltechnik, flexibel gelagerten Scherköpfen sowie mit Mikropartikeln polierten Schermessern. Die Innovationen wirken sich aus: Die drei neuen Rasierer erzielen bei einem Praxistest gute Ergebnisse. Das Panasonic-Gerät ist sogar noch einen Tick besser, weil es nach der Rasur länger dauert, bis wieder erste Stoppeln zu spüren sind.

Der Trend geht zu einer noch glatteren Rasur und zu mehr Komfort. Um dies zu erreichen, setzt der japanische Hersteller bei seinem „Pro Curve ES8249“ auf einen vierfachen Scherkopf. Bisherige Geräte haben maximal drei Scherköpfe. Mit der zusätzlichen, extra dünnen Scherfolie, könne man nun noch näher an der Haut rasieren, sagt Rainer Engel, Marketing-Manager Weiße Ware bei Panasonic. Die mit Nanopartikeln polierten Schermesser seien spitzer und „schneiden das Barthaar sauberer ab“, sagte Engel.

Hersteller Braun versucht widerspenstige Barthaare mit Hilfe ultraschneller Vibrationen besser zu erwischen. „Die Schallwellen sorgen dafür, dass sich die Haarwurzeln in der Haut aufrichten“, sagt Dirk Freund, Leiter der Rasierer-Entwicklung bei der Tochter des Konzerns Procter & Gamble in Kronberg bei Frankfurt. Mit Hilfe spezieller Elektronik sei es gelungen, die Schallwellentechnik – die bei elektrischen Zahnbürsten Stand der Technik ist – auch beim Rasieren zu nutzen. „Die Herausforderung bestand darin, zu erreichen, dass die hohe Schwingung auch bei festem Andruck auf die Haut erhalten bleibt“, so Freund.

Darüberhinaus hat der Hersteller aus Kronberg bei seiner Series-7 den Scherkopf beweglicher gemacht, um eine optimale Anpassung an die Gesichtskontur zu erzielen. „Bei unserem High-end-Gerät bewegen sich sowohl der Kopf als auch die einzelnen Scherkassetten flexibel mit“, sagt der Braun-Entwicklungschef.

Eine hohe Beweglichkeit spielt auch bei dem neuen Philips-Rasierer „Arcitec“ eine entscheidende Rolle, denn die Niederländer ermöglichen es nun, das System mit den drei rotierenden Schermessern wirklich flexibel durch das Gesicht zu führen. Zwar hat der Hersteller das bereits bei früheren Modellen versprochen, doch durch eine neuartige Aufhängung, mit der die drei Scherteller nun auch nach außen gebogen werden können, ist es erstmals möglich, auch die Kinnpartie gründlich zu rasieren.

Alle drei Hersteller liefern ihre High-Tech-Rasierer mit einer Reinigungsstation aus. „Das ist heute ein absolutes Muss“, sagt Braun-Entwicklungschef Freund. Es reiche schon lange nicht mehr, dass man den Scherkopf unter fließendem Wasser reinigen könne. „Die mitgelieferte, auf Alkohol basierende Flüssigkeit entfernt die Haare und Hautreste nicht nur besser, sondern sorgt auch dafür, dass der Scherkopf schneller trocknet“, sagt Freund.

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Elektrorasierertest, der im Dezember-Testheft abgedruckt ist, die Reinigungsstationen unter die Lupe genommen und ausgerechnet, wie teuer das gesteigerte Hygienebedürfnis für die Kunden wird: Neben Zusatzkosten für die Station müsse – bei einer täglichen Reinigung – der Kunde bei Braun pro Jahr knapp 70 Euro und bei Philips 85 Euro berappen, so die Tester. Die automatische Reinigung ist damit ein einträgliches Zusatzgeschäft für die Firmen.

Aber auch sonst können sich die Anbieter der Elektrorasierer nicht beklagen. Das Produktsegment ist ein leicht wachsender Markt, der vor allem vom Weihnachtsgeschäft lebt. Der Umsatz ist allein in Deutschland laut GFK von Oktober 06 bis September 07 von knapp 169 Mill. Euro auf 171 Mill. Euro gestiegen.

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