Emissionssenkung
Kaminfreunde warten weiter auf ausgereifte Filtertechnik

Rasant steigende Öl- und Gaspreise sorgen für einen Boom bei Holzöfen und -kaminen. Doch nun droht den Besitzern der so genannten Holzfeueranlagen Ungemach: Das geplante Gesetz zur Emissionssenkung könnte künftig manchen Kaminbesitzer dazu zwingen, einen Filter nachzurüsten.

BERLIN. Wahrscheinlich wird die Regelung Anfang 2008 beschlossen. In einigen Häusern könnte auch der Ofen ganz ausgehen, wenn sich die Feinstaubwerte nicht einhalten lassen, weil die Anlage eine Nachrüstung nicht erlaubt.

In Deutschland gibt es etwa 15 Millionen Holzöfen. Wie viele Hausbesitzer tatsächlich von der neuen Regelung betroffen sein werden, ist schwer zu sagen. Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) warnt vor Panikmache: „Heute erhältliche Geräte erfüllen, unabhängig von der Preisklasse, in der Regel die geplanten Grenzwerte der ersten Stufe und genießen Bestandsschutz. Diesen Geräten droht weder Stilllegung noch Filterzwang oder Austausch.“

Komplett ausgenommen von der Regelung werden offene Kamine sein, in denen nur gelegentlich Feuer gemacht wird, außerdem eingemauerte Kachelöfen sowie alle vor 1950 errichteten Öfen. Und für Anlagen, die zwischen 1950 und 1975 in den Handel gekommen sind, werden moderate Übergangsfristen gelten. Diese müssen erst ab 2015 mit einem Filter ausgestattet werden. Die Umrüstung macht freilich Sinn. „Rund zwei Drittel der Problememissionen stammen aus Feuerstätten, die älter als 20 Jahre sind“, sagt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (SHK).

Wer schon heute umweltverträglicher heizen will, findet jedoch kaum Fachhändler, die Feinstaubfilter anbieten – auch wenn es sich lohnen würde. „Bei Nachrüstungskosten von bis zu 1 400 Euro wäre das ein gutes Geschäft“, sagt Bernhard Schleicher vom Ofenhaus Schleicher in Hausen. Doch es hapere am Angebot.

„Wirklich marktfähige Feinfilter gibt es nicht“, sagt Andreas Müller, Sprecher bei Hark Kamin- & Kachelofenbau in Duisburg. Verschiedene Varianten befinden sich noch im Entwicklungsstadium. „Grundsätzlich gibt es mehrere Technologieansätze“, sagt SHK-Experte Ebisch. „Am weitesten fortgeschritten sind Elektroabscheider, die eine gute Effizienz aufweisen.“ Eine solche Technik hat die Firma Kutzner + Weber, ein Spezialist für Abgastechnik, entwickelt. Erste Holzfeuerungen sind bereits testweise mit dem elektrostatischen Partikelabscheider namens Zumikron ausgerüstet worden. Dabei konnten nach Unternehmensangaben 50 bis 90 Prozent der Teilchen abgefangen werden.

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