Ende einer fünfmonatigen Mission
Raumtransporter verglüht in der Atmosphäre

Transportschiff kaputt, Mission erfolgreich: Nach fünf Monaten im All ist die Mission des europäischen Raumtransporters mit einem Totalverlust zu Ende gegangen - für die europäische Weltraumbehörde Esa ein Grund zur Zufriedenheit.

HB PARIS. Der erste europäische Raumtransporters „Jules Verne“ ist am Montag beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Wie die europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilte, fand der letzte Akt der fünfmonatigen Mission über dem Südpazifik statt. Das automatischen Transferfahrzeug ATV verglühte wie geplant bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gegen 15.30 Uhr.

Der 1,3 Mrd. Euro teure Transporter hatte am 3. April an der Internationalen Weltraumstation (ISS) angedockt und die Astronauten mit Lebensmitteln, Sauerstoff und Treibstoff versorgt. Fünf Monate später wurde er auf seine Vernichtungsreise geschickt. Das Fahrzeug verglühte drei Wochen nach dem Abdocken in 120 Kilometern Höhe über der Erde. Mit an Bord: knapp sieben Tonnen Müll und Abwasser von der ISS.

„Bye Bye Jules - Mission complete“, meldeten die Esa-Kontrolleure auf dem ATV-Blog im Internet. Auf Bildern aus dem Kontrollzentrum war der Transporter als glühender Feuerball zu sehen. „Wir betrachten das Ende von „Jules Verne' mit gemischten Gefühlen“, schrieb ESA-Missions-Chef Mike Steinkopf in dem Blog. „Das ATV war ein guter und verlässlicher Freund für sechs Monate, und der Abschluss der Mission ist traurig.“ Aber die Planung für die Folgemission „Jules Verne II“ im Jahr 2010 habe schon begonnen.

Ursprünglich sollte der „Lastwagen im All“ nur vier Monate an der ISS angedockt bleiben. Weil die Besatzung das zusätzliche Platzangebot auf ihrem engen Außenposten für Erholungspausen sehr zu schätzen lernte, wurde die Mission um einen Monat verlängert. So konnte „Jules Verne“ die ISS sogar vor einer Kollision mit Weltraumschrott bewahren, indem er die Station mit seinen Triebwerken aus der Schusslinie manövrierte.

Nach seiner Abkopplung von der ISS am 5. September führte das ATV zunächst 23 Tage lang mehrere Flugmanöver durch, um der ISS planmäßig in einer tieferen Position hinterher zu fliegen. In dieser Konfiguration konnte sein Wiedereintritt in die Erdatmosphäre von der Raumstation und von zwei besonders ausgerüsteten, im Wiedereintrittsbereich über dem Südpazifik patrouillierenden Überwachungsflugzeugen aus beobachtet und aufgenommen werden. Mit diesen Daten wird anschließend überprüft, ob das ATV auch wie in den Computersimulationen vorhergesagt auseinander gebrochen ist.

Mit dem ATV hat sich die Esa endgültig zum unverzichtbaren Partner für die ISS etabliert. Mit seiner Nutzlast von 7,5 Tonnen wird das High-Tech-Transportsystem der zentrale Pfeiler für die Versorgung der Station, wenn die Nasa ihre Shuttle-Flotte in zwei Jahren einstellt. Selbst ein Umbau des ATV zu einem bemannten Raumfrachter wird in Erwägung gezogen. Dafür müsste das System allerdings zunächst so erweitert werden, dass es zur Erde zurückkehren kann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%