Ende eines Skandals
Klon-Pionier Hwang als Fälscher verurteilt

Der Klonforscher Hwang Woo Suk ist von einem Gericht in Seoul wegen Fälschung von Forschungsergebnissen verurteilt worden. Der einstige Superstar der südkoreanischen Forschung hatte vor vier Jahren für einen der größten Wissenschaftsskandale der vergangenen Jahrzehnte gesorgt.
  • 0

HB SEOUL. Nach mehr als dreijährigem Prozess hat ein Gericht in Südkorea den Gentechnik-Pionier Hwang Woo-Suk wegen Fälschung von Forschungsergebnissen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Hwang habe Studien manipuliert, entschieden die Richter am Montag. Zudem habe er Fördergelder für persönliche Zwecke abgezweigt.

„Aber er hat gezeigt, dass er sein Verbrechen aufrichtig bereut.“ Das Gericht setzte die Haftstrafe gegen den Wissenschaftler für drei Jahre zur Bewährung aus. Unter Hwangs Anhängern im Gerichtsaal brach Jubel aus. Hwang und seine Anwälte äußerten sich zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine vierjährige Haft für den einst als Superstar der Stammzellenforschung gefeierten Wissenschaftler gefordert. Sie warf ihm unter anderem Betrug und Missbrauch von Staatsgeldern vor. Aus ihrer Sicht hat Hwang die Wissenschaft in Südkorea zurückgeworfen und das ganze Land zutiefst enttäuscht.

Hwang hatte mit seinen Fälschungen für einen der spektakulärsten Wissenschaftsskandale in den vergangenen Jahrzehnten gesorgt. Er galt als Pionier bei der Herstellung maßgeschneiderter Stammzellen, mit denen Krankheiten wie Alzheimer behandelt oder geschädigte Organe geheilt werden sollten.

Ende 2005 waren jedoch zwei zuvor als bahnbrechend gefeierte Stammzellstudien Hwangs als Fälschungen aufgeflogen. Anfang 2006 musste das Fachjournal „Science“ die Studien zurückziehen. Die Regierung entzog Hwang daraufhin seine Forschungslizenz, der Wissenschaftler musste seine Professur an der Universität Seoul aufgeben. Eine kleine Anhängerschar verehrt ihn trotzdem noch immer als Genie.

Kommentare zu " Ende eines Skandals: Klon-Pionier Hwang als Fälscher verurteilt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%