Endeavour-Mission
Nasa prüft Schäden an Endeavour-Schutzschild

Die Astronauten an Bord der ISS haben ein teures Hightech-Instrument an der Raumtation angebracht. Derweil prüft die Nasa, wie gravierend die beim Start entstandenen Beschädigungen am Hitzeschild des Shuttles Endeavour sind.
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Cape Canaveral

Die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation ISS haben am heutigen Donnerstag einen 1,5 Milliarden Euro teuren Alpha-Magnet-Spektrometer an der Raumstation montiert. Der unter maßgeblicher Beteiligung deutscher Forscher aus Aachen und Karlsruhe entstandene Teilchendetektor AMS-02 dient der Suche nach Antimaterie und Dunkler Materie.

Am Morgen hatten die Astronauten das Gerät zunächst aus dem Laderaum des Space-Shuttle Endeavour gehievt. Danach übernahm ein ferngesteuerter Roboterarm der ISS die teure Fracht und befestigte sie an der Außenhülle der Station.

Das Alpha-Magnet-Spektrometer hat dieselbe wissenschaftliche Bedeutung wie das Hubbleteleskop, sagte der Astronaut Gregory Chamitoff vor dem Flug. "Und es wird mit großem Abstand das größte, teuerste und vielleicht wertvollste wissenschaftliche Instrument sein, das wir auf der Raumstation haben."

Das Instrument mit einer Masse von sieben Tonnen hatte eine Bauzeit von 17 Jahren. Über 600 Wissenschaftler aus 16 Nationen waren beteiligt. Das Herzstück des Spektrometers ist ein Ringmagnet mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern.

Sein Magnetfeld soll eintretende geladene kosmische Partikel auf ihrem Weg durch die acht Detektoren ablenken und so die Identifikation ihrer Eigenschaften ermöglichen. Das Experiment. sei ein großer Schritt auf dem Weg zur Antwort auf die Frage, warum es Materie gibt und wie sie beschaffen ist, sagte Phil Schewe, Sprecher des American Institute of Physics.

Unterdessen suchen Nasa-Ingenieure nach möglichen Schäden am Hitzeschild der Endeavour. Bevor die Raumfähre am Mittwoch an die ISS andockte, hatte Kommandeur Mark Kelly mit dem Shuttle noch einen Looping geflogen, um den Kameras an Bord der Raumstation einen möglichst umfassenden Blick auf das Shuttle zu ermöglichen.

Beim Start am Montag waren mehrere Hitzeschildkacheln herausgeschlagen oder beschädigt worden. Ein derartiger Schaden hatte 2003 zum Verlust der Raumfähre Columbia mit sieben Astronauten an Bord geführt.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag sagte der Manager des Shuttle-Programms, LeRoy Cain, mögliche Schäden am Hitzeschild würden weiter untersucht. Falls nötig, sollen die Astronauten am Wochenende mit einem Ausleger weitere Untersuchungen anstellen. Die "Endeavour" hat Werkzeug und Ersatzteile zur Reparatur von Schäden am Hitzeschild an Bord.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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