Energiegewinnung
Schwarmprinzip bringt Windräder näher zusammen

Das neue Prinzip soll dafür sorgen, dass Windanlagen weniger Platz brauchen. Dabei kommen neuartige Modelle mit vertikaler Turbine zum Einsatz, die rotieren wie bei Hubschraubern. Das soll vor allem Kosten sparen und die Energieausbeute erhöhen.
  • 0

KÖLN. Fischschwärme könnten künftig Modell stehen beim Bau von Windparks. Die Wissenschaftler Robert Whittlesey und John Dabiri vom California Institute of Technology haben vergangene Woche eine neue Methode für den Aufbau von Windrädern vorgestellt. Damit wollen sie den Flächenverbrauch drastisch verringern.

Basis ist das Prinzip, nach dem Fische gemeinsam schwimmen. "Sie erzeugen im Wasser kleine Wirbel", sagt Dabiri. In Schwärmen würden diese helfen, mit weniger Aufwand voranzukommen. Das Prinzip soll nun dafür sorgen, dass Windanlagen weniger Platz brauchen. Dabei kommen keine gängigen Modelle mit Horizontalachsen zum Einsatz, bei denen die Rotoren wie Propeller zur Seite abstehen. Denn diese benötigen wegen der Luftverwirbelungen viel Abstand. Die Forscher haben Prototypen mit vertikaler Turbine getestet - die rotieren wie bei Hubschraubern.

Ihre Messdaten speisten Whittlesey und Dabiri in ein Computermodell ein. Das Ergebnis habe sie selbst überrascht, sagten die Forscher. Die genutzte Fläche könne bei gleicher Energieausbeute um ein Hundertfaches verringert werden. Denn die Turbinen nutzen den Wind nicht nur selbst, sondern sorgen für Strömungsverhältnisse, die weitere Windräder optimal drehen lassen.

"Turbinen mit Vertikalachse sind eine interessante Idee", sagt Thorsten Herdan, Windenergieexperte beim Maschinenbauverband VDMA. "Einige Windkraftunternehmen haben angekündigt, die Technik näher zu untersuchen." Wichtig sei aber, nicht allein auf Energieausbeute oder Kosten zu schauen. "Am Ende zählt die Lebenszyklusbetrachtung."

Kommentare zu " Energiegewinnung: Schwarmprinzip bringt Windräder näher zusammen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%