Energiequellen für Handys und Laptops
Mikrosysteme liefern Strom

Die Stromversorgung für mobile elektronische Geräte ist zu einem Engpass geworden. Forscher suchen fieberhaft nach einer Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen Akkus und arbeiten dabei mit Brennstoffzellen, Thermowandlern und Solarzellen.

BERLIN. Nicht erst seit den jüngsten Rückrufaktionen bei den Lithium-Ionen-Akkus suchen die Entwickler von Handys und Laptops eine leistungsfähigere Stromversorgung, die ohne Steckdose und Batterien auskommt. Auch Innovationen in der Haustechnik, Sicherheitssysteme und medizintechnische Geräte zur Patientenüberwachung benötigen starke mobile Energiespeicher. Fortschritte in der Mikroenergietechnik könnten hier in den nächsten Jahren für eine Entspannung sorgen.

„Viele deutsche Unternehmen sind bereits heute mit ihren Technologien für innovative Stromerzeuger in erste Marktnischen vorgestoßen. Nun geht es darum, Produkte für den Massenmarkt anzubieten, denn noch werden die meisten Systeme in Kleinserien produziert“, sagt Fuel Cell Manager Marco Voigt von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

Zu den Innovationstreibern zählt die Hamburger Firma Medset Medizintechnik. „Gerade in der Telemedizin gibt es einen großen Bedarf an mikroenergetischen Systemen. Denn bei allem Fortschritt, die mobile Energieversorgung ist ein maßgeblicher Erfolgsfaktor“, sagt Oliver Enders, Leiter des Produktmanagements von Medset.

Die Firma entwickelt ein kardiologisches Überwachungssystem für Herzpatienten. „Brennstoffzellen wären für die mobile Energieversorgung die praktikabelste Lösung, da das System zur Auswertung der EKG-Werte eine hohe Rechenleistung benötigt und damit relativ viel Strom“, sagt Enders. Zunächst wird eine mit Methanol betriebene Zelle zum Einsatz kommen, später eine mit Ethanol.

Trotz aller Startschwierigkeiten ist die Brennstoffzelle eine vielversprechende Technologie: „Zwar sind derzeit noch Lithium-Ionen-Akkus das Mittel der Wahl und noch nicht ausgereizt. Doch in drei bis fünf Jahren können Brennstoffzellen durchaus eine echte Alternative darstellen“, sagt Markus Draeger, in der Strategieabteilung von Fujitsu Siemens für die Technologiebewertung zuständig. Schon heute werden die leistungsstarken Energiesysteme in ersten Produkten eingesetzt. Methanol-Brennstoffzellen von SFC Smart Fuel Cell versorgen Reisemobile mit Energie oder das neue Velotaxi CityCruiser II, eine dreirädrige Rikscha mit Elektrohilfsmotor. Die Firma Masterflex setzt bei ihrem Cargobike hingegen auf eine Wasserstoffzelle. Das Lastenfahrzeug bietet zusätzlichen Strom für die Beleuchtung oder eine Kühlbox. Fuel Cell Manager Voigt lobt: „Damit können umweltfreundlich nicht nur größere Strecken in der Stadt zurückgelegt, sondern auch zu Beispiel die Post ausgeliefert werden.“

Seite 1:

Mikrosysteme liefern Strom

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%