Energiesparen im All
Raumsonde "Rosetta" wird in Tiefschlaf versetzt

Um Energie zu sparen, wird die europäische Raumsonde "Rosetta" in einen 32 Monate andauernden Tiefschlaf versetzt. Sieben Jahre lang dauerte die Reise des Kometenjägers bereits.
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Die europäische Raumsonde „Rosetta“ muss auf ihrer Reise durchs All einen Gang zurückschalten, um Energie zu sparen. Am Mittwoch (8. Juni) wird das vorerst letzte Kommando an den Kometenjäger der Europäischen Weltraumorganisation ESA geschickt.

Danach ist das rund drei Tonnen schwere Fluggerät für 32 Monate auf sich allein gestellt. „Wir schließen „Rosetta“ sozusagen in eine Schlaf-Software ein“, sagte Systemingenieur Alois Eibner von der EADS-Raumfahrttochter Astrium in Friedrichshafen. „Erst im Januar 2014 wird die Kometensonde wieder erwachen.“ Grund für den Tiefschlaf: In dieser Phase reicht die verfügbare Solarenergie nicht aus, um alle Bordsysteme zu versorgen. Rechtzeitig vor der Annäherung an den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko im Juli 2014 soll „Rosetta“ wieder aufgeweckt werden.

Die mit 21 Forschungsinstrumenten bestückte Sonde ist seit rund sieben Jahren unterwegs zu dem Kometen. Am 8. Juni wird sie nach Astrium-Angaben rund 654 Millionen Kilometer von  der Erde entfernt sein. Das vorerst letzte Funkkommando aus dem Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt wird 29 Minuten brauchen, bis es die Sonde erreicht. Bis zu seinem Ziel hat das Fluggerät dann noch knapp ein Viertel der errechneten Strecke vor sich.

Die Raumsonde startete im März 2004 vom Raumfahrtbahnhof Kourou in Französisch Guyana zu der 7,1 Milliarden Kilometer langen Reise. Insgesamt dreimal, zuletzt im November 2009, raste sie an der Erde vorbei, um sich den nötigen Schwung zu holen. Von 2014 an soll „Rosetta“ den Kometen auf seinem Weg in Richtung Sonne begleiten und  erstmals in der Raumfahrtgeschichte ein Landemodul, den Lander „Philae“, auf einem Schweifstern aussetzen.

„Rosetta“ wird sich knapp zwei Jahre lang in einer niedrigen Umlaufbahn um den Kometen bewegen. Die Sonde soll untersuchen, wie der Kometenschweif entsteht. Kometen gelten als Urgesteine unseres Sonnensystems, an denen sich die ursprüngliche Verteilung der Elemente ablesen lässt. Im Gegensatz zu Planeten, bei denen die Tektonik und Erosion das Gestein ständig verändern, blieb das Material im Innern der Kometen seit ihrer Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren unverändert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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