Forschung + Innovation
Enorme Fortschritte bei Behandlung von Lymphdrüsenkrebs

Bei der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs hat die Medizin nach Ansicht des Rostocker Facharztes Mathias Freund in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht.

dpa ROSTOCK. Bei der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs hat die Medizin nach Ansicht des Rostocker Facharztes Mathias Freund in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht.

„Sehr schnell wachsende Tumore können wir inzwischen zu 60 Prozent heilen“, sagte der Leiter der Abteilung für Blutkrankheiten und Krebs an der Uniklinik Rostock in einem dpa-Gespräch. Eine hundertprozentige Heilung werde es aber wahrscheinlich nie geben. „Wer das Wundermittel gegen Krebs verspricht, der handelt völlig unseriös“, sagte Freund anlässlich eines Forums der Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe in Rostock.

„Lymphdrüsenkrebs ist in der Bevölkerung nicht sehr bekannt“, sagte Freund. „Darmkrebs beispielsweise ist jedem klar - jeder weiß, wo der Darm liegt.“ Vom Lymphsystem hätten dagegen wesentlich weniger Menschen eine Vorstellung. „Die Lymphzellen bilden normalerweise Antikörper“, sagte Freund. Sie werden im Knochenmark gebildet und reifen in den Lymphknoten heran.

Besonders vielversprechend bei der Behandlung dieser Krebsart sei der Einsatz von gentechnisch hergestellten Antikörpern. „Sie setzen sich auf die Zelloberfläche des Tumors und geben ihn dann für die Fresszellen zum Abschuss frei.“ Die Antikörper markieren die Tumorzellen und geben dem Immunsystem das Signal, die Zellen abzutöten. „Die Nebenwirkungen der Antikörpertherapie sind dabei erfreulicherweise begrenzt“, sagte Freund. Allerdings ließen sich unter anderem Übelkeit und Haarausfall häufig nicht vermeiden.

Bundesweit erkranken laut Freund rund 15 000 Menschen jährlich an Lymphdrüsenkrebs oder Leukämie. „Die Zahl der Neuerkrankungen beim Lymphdrüsenkrebs ist steigend - zwar nicht dramatisch, aber nachweisbar.“ Eine Früherkennung sei schwierig. „Etwa 60 Prozent der Tumore wachsen so langsam, dass sie nur durch Zufall erkannt werden. Bis dahin können Jahre vergehen.“

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