Entwarnung
Nasa: Die "Discovery" ist gut in Schuss

Die Nasa ist immer fester davon überzeugt, dass die Raumfähre "Discovery" bei ihrem Start am Dienstag keine ernsten Schäden erlitten hat und damit sicher zur Erde zurückkehren kann. "Unser Orbiter ist gut in Schuss", sagte der stellvertretende Shuttle-Manager Wayne Hale am Donnerstagabend in der Nasa-Bodenzentrale in Houston. Auch die Crew selbst zeigte sich gelassen - die Ergebnisse erster Untersuchungen waren zufriedenstellend.

HB HOUSTON. "Wir haben bisher nichts gesehen, was uns von einem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre abhalten würde.“ Zwar habe ein vom Treibstofftank abgebrochenes kleines Schaumstoffteil beim Start möglicherweise die rechte Tragfläche getroffen. Die Raumfähre sei für die Landung aber dennoch in einem guten Zustand, versicherten die Verantwortlichen bei der Nasa. Der Rückkehr der "Discovery" am 7. August stehe nichts im Wege, bekräftige Hale. Eine Rettungsaktion für die Shuttle- Besatzung im All sei eher unwahrscheinlich.

Eine endgültige Entscheidung allerdings hängt davon ab, wie die Untersuchungsergebnisse der Crew ausfallen. Das Team um Kommandantin Eileen Collins hat am Freitag damit angefangen, den Schaden an der Außenhülle des Shuttles zu inspizieren. Sechseinhalb Stunden Aufenthalt im All sind vorgesehen, um ein genaues Bild des Ausmaßes zu bekommen, sagte ein Mitarbeiter der Flugleitzentrale bei Moskau am Freitag. Der Außeneinsatz der beiden Astronauten Soichi Noguchi und Steven Robinson soll am Samstag um 10.44 Uhr deutscher Zeit beginnen. Dabei geht es nicht nur um die Klärung der Frage, ob der Flügel tatsächlich von Isolierschaum getroffen wurde, sondern auch um die Untersuchung möglicher Dellen und Absplitterungen an Hitzekacheln.

Insgesamt elf Stellen haben die Nasa-Spezialisten ausgemacht, die näher inspiziert werden sollten, wie Hale auf einer Pressekonferenz am Freitagabend (Ortszeit) in Houston sagte. Auch Shuttle- Kommandantin Eileen Collins sagte am Freitag, sie habe ein gutes Gefühl und unterstrich das mit Purzelbäumen in der Schwerelosigkeit. Alle bisher entdeckte Schäden seien minimal und entsprächen dem, "was Raumfähren auf dem Weg in den Orbit oft erleiden", erklärte die Amerikanerin. Auch der Rest der siebenköpfigen Besatzung zeigte sich am Freitag in bester Stimmung. Lächelnd winkte die Crew nach ihrem Weckruf in die Kameras.

Noch am Mittwoch hatte die Nasa vorsichtshalber ein vorläufiges Startverbot für alle Shuttles am Boden verfügt. Sie wolle erst wieder Starten, wenn geklärt ist, warum erneut ein Stück Isolierschaumstoff vom Außentank abgesprengt war.

Die Kollision mit einem solchen, wenn auch größeren Stück hatte seinerzeit zur Beschädigung des Hitzeschilds der "Columbia" und dann zu ihrem Auseinanderbrechen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre geführt. Die Nasa investierte danach zweieinhalb Jahre Arbeit und eine Milliarde Dollar, um einen neuen Tank mit einer verbesserten Isolierung zu entwickeln - doch offenbar ohne Erfolg. Die Konsequenz: die Starts der zwei anderen Raumfähren - "Atlantis" und "Endeavour" werden ausgesetzt, bis das Problem der Tankisolierung völlig gelöst ist.

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