Entwickler stopfen das Mobiltelefon mit allerlei Funktionen voll
Handys: Telefonieren war gestern, Brand melden ist morgen

Das Handy ist längst nicht mehr nur zum Telefonieren da. MP3-Spieler, Radio, Kamera und Terminkalender gehören schon fast zur Grundausstattung. Die Entwickler wollen noch mehr Funktionen einbauen: vom Brandmelder bis zum Alkoholtester.

HB HAMBURG/BONN. „Früher hat man automatisch zum Schlüsselbund und zur Geldbörse gegriffen, wenn man das Haus verlassen hat. Jetzt wird auch das Handy eingesteckt“, sagt Holger Knöpke, Leiter der Strategieabteilung von T-Mobile in Bonn. „Und in wenigen Jahren werden wir vielleicht nur noch das Handy einstecken.“ Elektronischer Schlüssel und elektronische Geldbörse sind dann eingebaut.

Axel Schafmeister, Sprecher bei Siemens mobile in München, nennt weitere Szenarien: „Unsere Forscher experimentieren unter anderem mit verschiedenen Sensoren, die sie in Handys einbauen.“ Dabei kommen dann Telefone heraus, die - auf dem Nachtisch abgelegt - auch noch als Brandmelder fungieren. Nach einem Besuch in der Kneipe könnte das Handy außerdem die Alkoholkonzentration in der Atemluft seines Besitzers messen und so freie Fahrt geben oder die Heimfahrt per Taxi empfehlen.

In Berlin läuft nun ein erster Versuch, Fernsehen aufs Handy zu bringen. Möglich ist auch, dass das Telefon beim Einkauf im Geschäft mit Hilfe der Strichcodes Preise einscannt. Es geht dann ins Internet und gibt dem Besitzer Bescheid, ob er das gleiche Produkt andernorts günstiger kaufen kann. Die Navigation mit dem Handy ist schon Realität: Auf dem Display erscheint ein Stadtplan, auf dem sich der Nutzer in Form eines roten Punktes wiederfindet. So kann er leicht seine Position bestimmen.

Werden immer mehr Funktionen in einem Gerät vereint, die ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten, sprechen Experten von Konvergenz. „Das wird in den kommenden Jahren ein bestimmender Trend sein“, sagt Siemens-Mann Schafmeister. „Die Verschmelzung der Funktionen macht Handys auf Dauer unverzichtbar“, meint auch Prof. Joachim Höflich, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Erfurt.

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