Entwicklung endet nicht am Fabriktor
Crashtests für den Wintersport

Im Forschungszentrum der Adidas-Tochter Salomon kommt Outdoor-Ausrüstung auf den Prüfstand.

ANNECY. Der Ski biegt sich immer weiter durch. Die Spitze ragt bereits steil in Richtung Himmel. Dann das ohrenbetäubende Krachen des brechenden Bretts. „Bei 500 Kilo Belastung ist Schluss“, schreit eine Technikerin im Lärm des streng abgeschirmten Forschungslabors der Adidas-Tochter Salomon. Die kostspieligen Tests laufen im Minutentakt ab. „Wir wollen genau wissen, wie sich unsere Produkte bei extremer Belastung verhalten“, erläutert die Technikerin.

Dafür treibt Salomon in seiner Firmenzentrale in der französischen Alpenstadt Annecy einen riesigen Aufwand: Auf 6 500 Quadratmetern prüfen 80 Experten Outdoor-Ausrüstung auf Herz und Nieren. „Wir haben gemerkt, dass man in der Sportartikel-Industrie durch wissenschaftliche Forschung wichtige Vorteile erzielen kann“, sagt Francois Guers, Chef der Entwicklungsabteilung von Salomon. Die Franzosen sind innerhalb des Adidas–Konzerns, des zweitgrößten Sportartikelproduzenten der Welt, für alle Outdoor- und Funsportarten zuständig. Die Palette reicht von Ski über Surfboards bis hin zu Kletterschuhen und Inlineskates.

In Annecy kommt jedes einzelne Produkt unter die Lupe. Selbst wenn auf einem Snowboard lediglich die Farbe wechselt oder die Kapuze einer Skijacke mit anderem Stoff bezogen wird, beginnt der Prüfprozess von neuem. Am härtesten werden die Ski herangenommen. In 24 Stunden simulieren Maschinen fünf Jahre auf der Piste. Wieder und wieder drücken die starken Arme der Simulatoren auf das Material und ahmen damit Buckelpiste und Schussfahrten nach. Und das nicht nur in der wohltemperierten Umgebung der Labors: Auch in der Kältekammer bei minus 20 Grad müssen die Bretter den Anforderungen, wie sie im Hochgebirge herrschen, gewachsen sein. Computer zeichnen haargenau auf, wie sich die Beschaffenheit der Latten verändert.

Die Forschung zahlt sich aus: In der Vergangenheit hat Salomon es geschafft, jährlich rund 80 Patente anzumelden. Die größte Innovation der Labors war die Monocoque- Technik, eine besonders leichte und strapazierfähige Schalenbauweise für Alpinski, die sich mit der Zeit in der gesamten Industrie durchgesetzt hat.

Seite 1:

Crashtests für den Wintersport

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%