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Erbliches Brustkrebsrisiko wird zu selten untersucht

Brustkrebspatientinnen werden laut einer Studie der Universität Leipzig nur selten auf eine genetische Veranlagung für ihre Erkrankung getestet. Dabei könne einer weiteren Erkrankung oftmals wirkungsvoll vorgebeugt werden, wenn eine solche Mutation rechtzeitig diagnostiziert werde.

dpa LEIPZIG. Brustkrebspatientinnen werden laut einer Studie der Universität Leipzig nur selten auf eine genetische Veranlagung für ihre Erkrankung getestet. Dabei könne einer weiteren Erkrankung oftmals wirkungsvoll vorgebeugt werden, wenn eine solche Mutation rechtzeitig diagnostiziert werde.

Dies sagte der Mitautor Gregor Weißflog am Mittwoch. Möglich seien intensivierte Vorsorgeuntersuchungen, eine Operation oder andere stärkere Prävention weiterer Tumore.

Die Forscher der Abteilung für Sozialmedizin an der Universität Leipzig hatten unter Krebspatientinnen 135 Frauen ermittelt, bei denen durch Brustkrebs in der Familie ein erhöhtes Risiko einer Tumorerkrankung bestand. Von diesen Frauen habe aber nur ein sehr kleiner Teil nach Bekanntwerden der Erkrankung einen Gentest in Anspruch genommen, teilte die Universität mit.

„Viele Patientinnen haben Angst vor dem Ergebnis einer solchen Untersuchung, da die Diagnose nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Verwandten betrifft“, sagte Weißflog. „Wenn eine Frau weiß, dass ihr Brustkrebs ererbt ist, macht sie sich natürlich Sorgen um ihre Töchter.“

Brustkrebs ist mit bundesweit rund 45 000 neuen Fällen im Jahr die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (Dkfz) in Heidelberg geht davon aus, dass bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen eine erbliche Komponente mitspielt.

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