Erderwärmung
Forscher halten Klimawandel für unabwendbar

Die ungewöhnlich schnelle Erderwärmung ist nach Forscheransicht unabwendbar. „Der Klimawandel ist schon da; die Frage ist: Schaffen wir es, ihn zu begrenzen, oder läuft er uns aus dem Ruder“, sagte der Mitautor des Uno-Klimaberichts, Wolfgang Cramer, am Montag bei einer Tagung in Potsdam.

dpa POTSDAM. Zunehmende Trockenheit im Mittelmeerraum und Wirbelstürme in der Karibik seien „Vorgeschmäcker“ auf die Zukunft. Die Entwicklung der nächsten zehn bis 20 Jahre sei zwar nicht mehr zu beeinflussen, danach gebe es jedoch Optionen, sagte Cramer. „Wenn wir nichts tun, ist der Schaden deutlich höher.“

Der vor Ostern vorgestellte zweite Teil des Berichts des Uno-Klimarats (Ipcc - Intergovernmental Panel on Climate Change) hatte alarmierende Folgen des Klimawandels benannt. Gemeinsam mit dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD), kritisierte der Mitautor Cramer das zähe Ringen um die Formulierungen des Berichts. Beide sprachen von einem „Mürbemachen“ der Forscher durch Politiker. Müller äußerte die Befürchtung, dass einzelne Wissenschaftler nun Probleme weniger offen benennen.

„Der dritte Teil wird noch schwieriger werden“, sagte Cramer. Dieser soll im Mai in Bangkok vorgestellt werden und politische Handlungsmöglichkeiten vorstellen. Ein Konsens sei nicht wahrscheinlich, eher eine Sammlung von Möglichkeiten.

Nach dem zweiten Teil des Berichts bedroht der Klimawandel Mrd. von Menschen auf allen Erdteilen. Zudem seien ein Fünftel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Müller kündigte eine Regierungserklärung zum Klimaschutz durch Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) im Bundestag für Ende April an. Der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel (CDU) verwies auf einen Klimaforschungsgipfel am 3. Mai in Hamburg. Er forderte eine „industrielle Revolution“ hin zu umwelt- und klimafreundlichen Technologien.

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