Erfolgreiche Mission
Hubble ist wieder fit fürs All

Runderneuerung gelungen: Das Weltraumteleskop Hubble ist wieder fit für weitere Jahre im All. Zum Ende einer riskanten und komplizierten Mission wird der Weltraumveteran am heutigen Dienstag aus der Ladebucht der Raumfähre Atlantis ausgesetzt.
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HB WASHINGTON. Das Weltraumteleskop Hubble ist repariert und aufgerüstet: Die US-Astronauten John Grunsfeld und Andrew Feustel beendeten am Montag gegen 21.22 MESZ den fünften und letzten Außeneinsatz zur Wartung des Teleskops. Bei ihrem mehr als siebenstündigen Einsatz im All wechselten die Astronauten der Raumfähre Atlantis weitere Batterien sowie einen Sensor aus und brachten Isolierdecken an dem Teleskop an.

Kurz vor Ende der Mission reparierte Grunsfeld noch eine Isolierschicht an einer Antenne des Teleskops, die er mit seinem Rucksack gestreift hatte. „Entschuldigung, Herr Hubble. Gute Reise!“, sagte Grunsfeld während der Reparatur scherzend. Mit ihr wurden die zuweilen schwierigen und riskanten Arbeiten an Hubble erfolgreich beendet. Am Dienstag soll das Teleskop wieder aus der Ladebucht von Atlantis ausgesetzt werden. Die siebenköpfige Besatzung an Bord der Atlantis wird am Freitag in Cape Canaveral landen.

„Dies war ein tolles Abenteuer“, sagte John Grunsfeld am Montag kurz bevor er wieder ins Raumschiff schwebte. „Wir sind jenseits der Grenzen des Unmöglichen gegangen. Wir wünschen Hubble alles Gute!“. Es sei ein Einsatz, der Geschick und „Fingerspitzengefühl“ der Astronauten erfordere, hieß es zu Beginn der Reparaturarbeiten - doch am Ende half nur rohe Gewalt. Ob es um den Austausch einer Kamera oder die Installation eines Spektrographen ging, mehrfach machten den Weltraummonteuren klemmende Schrauben und Halterungen Probleme. Allein am Sonntag dauerte der Einsatz zwei Stunden länger, weil sich ein Bolzen partout nicht lösen ließ. Nur „etwas mehr Muskelkraft“ führte schließlich zum Ziel, wie es ein Nasa-Sprecher formulierte.

Die handwerklich anspruchsvollste Tätigkeit brachten Mike Massimino und Michael Good am Sonntag hinter sich. Es ging um einen Spektrographen, der seit 2004 defekt war und instand gesetzt werden musste - eines der Hubble-Instrumente, für die ursprünglich nie eine Reparatur im All vorgesehen war. Mit exakt 111 Schrauben, Bolzen und Halterungen mussten die Männer fertig werden - und das mit ihren klobigen Raumhandschuhen und unter den schwindelerregenden Bedingungen der Schwerelosigkeit.

Eines der Risiken: Wenn eine Schraube in den Spektrographen gefallen wäre, hätte das Gerät schweren Schaden nehmen können.Eine andere Gefahr betraf die Astronauten selbst: Mit den teilweise scharfen und spitzen Geräten und Werkzeugen hätten die Männer ihre Handschuhe oder Weltraumanzüge beschädigen können. Ohnehin ist der Begriff „space walk“ - Weltraumspaziergang - irreführend, wie Nasa-Experten immer wieder betonen. Denn in Wirklichkeit handelt es sich um Schwerstarbeit unter extremen Bedingungen.

Trotz aller Probleme: Die Nasa feiert die insgesamt elftägige Mission bereits jetzt als vollen Erfolg. Nach der Instandsetzung soll das inzwischen 19 Jahre alte Teleskop mindestens fünf weitere Jahre im All überstehen. Nach dem Ende seiner wissenschaftlichen Arbeit will die Nasa Hubble gezielt zum Absturz bringen, um das Teleskop in der Erdatmosphäre verglühen zu lassen.

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