Erfolgreicher Außeneinsatz
Raumstation mit Rückgrat

Die Internationale Raumstation ISS verfügt jetzt über ein vollständiges „Rückgrat“: Mit der erfolgreichen Montage des letzten Paars Sonnenflügel ist die Station nun bereit für die dauerhafte Aufnahme von bis zu sechs Raumfahrern.
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dpa WASHINGTON. Meilenstein beim Ausbau der Internationalen Raumstation ISS: Astronauten des angedockten Space Shuttle „Discovery“ haben das vierte und letzte Paar Sonnenflügel an den Außenposten im All montiert. Sie befestigten die autobusgroße Vorrichtung mit den gewaltigen Flügeln am Donnerstag in einem gut sechsstündigen Außeneinsatz an einer Halterung, die das metallene „Rückgrat“ der Station bildet und nunmehr komplett ist.

Nach der erfolgreichen Installation hieß es am Freitag noch einmal Daumendrücken. Schrittweise wurden die im Sonnenlicht goldschimmernden Segel in ihrer ganzen Pracht aus den Containern ausgefahren, in denen sie an Bord des Shuttle zur ISS transportiert worden waren. Voll entfaltet haben sie zusammen von Flügelspitze zu Flügelspitze eine Spannweite von gut 73 Metern - das ist mehr als die einer Boeing 747.

Damitist das Stromversorgungsnetz der ISS nach jahrelanger Aufbauarbeit vollständig. Nun steht doppelt so viel Elektrizität für die Forschungsprojekte an Bord zur Verfügung wie bisher. Insgesamt soll mit Hilfe der neuen Sonnensegel eine so große Menge Strom erzeugt werden, dass sie für 55 Häuser ausreichen würde. Und das ist enorm wichtig. Bereits im Mai soll nämlich die Langzeitbesatzung der ISS von bisher jeweils drei auf sechs Astronauten aufgestockt werden. Ohne die von den zusätzlichen Solarflügeln gelieferte Energie würden die ISS-Bewohner nicht über genügend Strom verfügen.

Die rund 16 Tonnen schwere Vorrichtung war bereits am Mittwoch aus der Shuttle-Ladebucht gehievt und dann bis zur Installation im Freien „geparkt“ worden. Am Donnerstag steuerten die Astronauten John Phillips und Koichi Wakata das an den Kranarmen der ISS und des Shuttle hängende Segment dann vom Innern der Station aus an die richtige Stelle, wo es schließlich von ihren Kollegen Richard Arnold und Steven Swanson an der Halterung festgeschraubt und verbolzt wurde. Die beiden Außenarbeiter schlossen danach auch noch mehrere Kabel an und hatten dabei etwas Probleme mit einigen Klemmen, aber am Ende war die Arbeit getan.

„Swannie und Ricky, ihr habt heute einen tollen Job hingelegt“, lobte „Discovery“-Astronaut Joe Acaba, der den Einsatz im Freien vom Innern der ISS aus geleitet hatte. „Das finden wir auch. Das war klasse“, schloss sich eine Sprecherin im Nasa-Kontrollzentrum in Houston an.

Die „Discovery“ war am vergangenen Sonntag zu ihrer 13-tägigen Mission aufgebrochen und hatte am Dienstag an der Raumstation angedockt. Noch zwei weitere Außeneinsätze sind geplant, bevor die Raumfähre am 28. März auf der Erde zurückerwartet wird.

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