Ernährung

Hungerhormon schwächt unsere Selbstkontrolle

Wenn wir Hunger haben, verlieren wir leicht die Kontrolle über uns. Schuld daran ist das „Hungerhormon“ Ghrelin. Dessen negative Folgen haben Wissenschaftler jetzt in Versuchen nachgewiesen.
Das Hungerhormon Ghrelin sorgt unter anderem dafür, dass Essen leckerer aussieht, so dass wir es eher verspeisen. Quelle: dpa
Herzhaft zubeißen

Das Hungerhormon Ghrelin sorgt unter anderem dafür, dass Essen leckerer aussieht, so dass wir es eher verspeisen.

(Foto: dpa)

HeidelbergBei leerem Magen kurbelt die Schleimhaut dort die Produktion des Hormons Ghrelin an – und weckt damit unseren Hunger. Es sorgt unter anderem dafür, dass Essen leckerer aussieht, so dass wir es eher verspeisen.

Doch leider bleibt es nicht nur bei dieser Reaktion, denn Ghrelin hat auch ein paar eher unerfreuliche Nebenwirkungen. Unter anderem stört es unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle und macht uns impulsiver, so eine Studie von Rozita Anderberg von der Universität Göteburg und ihrem Team.

Das Hungerhormon beeinflusst demnach die Aktivität der Area tegmentalis ventralis im Mittelhirn, die Freude und andere Emotionen reguliert und wohl auch eine wichtige Rolle für die Entstehung vom Suchtverhalten spielt. Wie es auf das Hirn wirkt, haben die Wissenschaftler an Ratten getestet, die drei Selbstkontrolltests absolvieren sollten.

Das sind die wahren Kalorienbomben
Ketchup-Flaschen
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Ketchup

Sommerzeit heißt auch Grillsaison. Zu Steak, Pute und Grillwürstchen gibt es oft eine ordentliche Portion Ketchup. Zwar enthält die Soße so gut wie kein Fett, dafür aber ganze elf Stück Würfelzucker pro 100 Gramm – ein Figur-Killer.

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Wurst

Der komplette Verzicht ist bestimmt nicht notwendig, aber wer etwas auf seine Ernährung achtet, sollte überlegen, zu welchem Fleisch er greift. Besonders Wurstprodukte können die Kalorienzahl eines Tages deutlich in die Höhe treiben. Als Beispiel: Eine Snackwurst, „Rucksackwurst“ oder auch Landjäger genannt, kommt bei 100 Gramm schon auf rund 457 Kalorien.

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Gummibärchen

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, Gummibärchen seien gar nicht so tückisch für die Figur. Dabei steckt eine Menge Zucker in den Bärchen. Und auch Zucker wird im Körper in Fett umgebaut und so in den unschönen Speckrollen gespeichert, wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen können.

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Fruchtsaft

Viel trinken ist gesund – aber nicht jedes Getränk hält schlank. Fruchtsäfte zum Beispiel: Ein Glas Apfelsaft enthält genau so viele Kalorien wie ein Glas Cola. Daher sollte man den Saft lieber mit Wasser mischen.

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Milch

Auch Vollmilch gilt durch den hohen Fettgehalt als flüssiger Dickmacher. Bei 3,5 Prozent Fettgehalt liegen 100 Milliliter bei 64 Kilokalorien. Gleichzeitig enthält das Getränk viel Kalzium und Eiweiß, das ist wichtig für Knochen und Muskelaufbau. Um darauf nicht verzichten zu müssen, können Diäthaltende die entrahmte Version oder Buttermilch trinken. Die entrahmte Milch hat nur noch 36 Kilokalorien auf 100 Milliliter. Dabei muss man aber bedenken: So nimmt man auch kaum noch fettlösliche Vitamine A, D und E auf.

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Fisch

Fisch ist eigentlich auf jedem Diätplan enthalten. Die Meeresbewohner gelten als besonders fettarm und jodhaltig. Es gibt aber auch besonders fetthaltige Fische. Wer auf die Linie achten muss, sollte sich bei Thunfisch, Lachs, Matjes oder frittierten Calamares zurückhalten. Diese Speisen bestehen zu 13 bis 20 Prozent aus Fett. Deutlich kalorienärmer ist zum Beispiel eine Portion gegrillte Scampis.

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Salatdressing

Wer abnehmen will, greift in der Regel zu Salat und frischem Gemüse. Dabei wird aber immer wieder vergessen, dass die Dickmacher nicht im Salat, sondern im Dressing lauern. Statt einer Fertigmischung, die oft viel Zucker enthält, sollten Genießer ihr Dressing lieber selbst machen und dabei pro Person nicht mehr als einen Esslöffel Öl verwenden.

Die (satten) Tiere wurden beispielsweise darauf trainiert, einen Knopf zu drücken, nachdem sie eine gewisse Zeit gewartet hatten. Als Belohnung winkte ihnen eine süße Leckerei. Oder sie erhielten diese, wenn ihnen ein Signal erlaubte, den Schalter zu betätigen. Im dritten Versuch sollten sie sich in Geduld üben können: Gelang ihnen dies, erhielten sie mehr Zucker, als wenn sie sofort den Schalter drückten, um an die Nascherei zu gelangen.

In den meisten Fällen hatten sich die Nager dabei irgendwann gut im Griff. Dann spritzten ihnen die Forscher Ghrelin, dass bei den Ratten auch rasch Wirkung zeigte. Sie hatten sich schlechter unter Kontrolle, pressten schneller die Knöpfe und wollten zügiger an Belohnungen, auch wenn ihnen dadurch die größeren Mengen entgingen. Sie handelten impulsiver.

Das Ganze wiederholten die Forscher nochmals mit hungrigen Ratten, ohne dass diesen das Hormon verabreicht worden war – das Resultat blieb das gleiche. Injizierten sie den Tieren jedoch Mittel, die die Wirkung von Ghrelin unterbinden, kehrten die Ratten zu ihrem kontrollierten Verhalten zurück.

Das erklärt also wohl, warum wir beim hungrigen Einkaufen mehr in den Warenkorb packen als nötig. Doch darüber hinaus weckt die Erkenntnis auch Möglichkeiten bestimmte Essstörungen oder psychische Störungen der Impulskontrolle zu behandeln. Die Ghrelin-Rezeptoren im Hirn spielen dabei womöglich eine größere Rolle als gedacht und könnten daher das Ziel von medikamentösen Therapieansätzen sein, so die Autoren.

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