Ernährung im Alter
Eiweiß für die Seniorenküche

Ältere Menschen haben in vielerlei Hinsicht andere Bedürfnisse als die Jugend. Ein wesentlicher Faktor, der jedoch bislang zu kurz kam, ist die Ernährung. Ein Catering-Unternehmen aus Düsseldorf hat erkannt, was Senioren brauchen – und hat großen Erfolg damit.

DÜSSELDORF. Im Rind´schen Bürgerstift schmeckt es irgendwie anders. Der Schweinebraten ist würziger, der Vanillepudding süßer und der Apfelsaft dickflüssiger als gewohnt. Nicht, dass der Koch einen schlechten Tag hätte. Der Unterschied zu herkömmlichen Speisen und Getränken ist gewollt, denn in dem Bad Homburger Wohnheim leben Senioren. Und die benötigen – das zeigen Studien – einen andere Lebensmittelmix als junge Menschen.

Die Schubert-Gruppe aus Düsseldorf kümmert sich um das Catering für den Bürgerstift. Das Unternehmen hat ein Konzept entwickelt, das exakt auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist. Inzwischen nutzen 52 Altenheime den Service, allein in diesem Jahr sind nach Firmenangaben fünf hinzugekommen. „Nährstoffgehalt und Lebensmittelauswahl spielen die entscheidende Rolle“, sagt Oliver Kohl, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei Schubert. Ziel sei es, die Mangelernährung älterer Menschen effektiv zu bekämpfen.

Ein weit verbreitetes Problem: Etwa 90 Prozent der Senioren leiden an Erkrankungen, bei denen eine Ernährungsumstellung nützlich wäre, heißt es beim Institut für Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Fehlernährung sei oft ursächlich für Beschwerden, die ein selbständiges Leben erschweren. „Qualitativ hochwertige Lebensmittel können erheblich zur Steigerung der Lebensqualität beitragen“, sagt Stefan von Bademer, Gesundheitsexperte am IAT. Die Ernährungsprobleme älterer Menschen reichen von Eiweiß- oder Vitaminmangel bis zu chronischen Erkrankungen und Übergewicht. Schluckbeschwerden und Appetitlosigkeit treten als Folgen von Fehlernährung ebenso auf wie Hirnleistungsstörungen oder Depressionen.

So ist den Vanille- und Schokopuddings im Bad Homburger Seniorenheim Eiweißpulver beigemischt. Und der Fruchtsaft ist deshalb leicht angedickt, damit er sich besser schlucken lässt. „Denn viele ältere Menschen trinken einfach zu wenig“, sagt Kohl. Auch beim Thema Fingerfood haben sich die Caterer etwas einfallen lassen: Bei Feiern liegen keine Hähnchenschenkel oder Pizzastücke auf den Tellern, sondern stets vollwertige Gerichte. Zuletzt gab es Sticks aus Reis, Fisch und Broccoli, die mit einer Eimasse verbunden waren und sich auf einmal in den Mund stecken ließen. Beliebt sind auch Snacks aus Kasseler, Sauerkraut und Kartoffelpüree. „Wir versuchen, die Gerichte so zu wählen, dass sie gerade älteren Menschen schmecken“, sagt Lebensmittelforscher Kohl.

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