Erste weltweite Hai-Zählung Globale Volkszählung unter Killerfischen

Mehr als der Mensch den Hai muss der Hai den Menschen fürchten: 100 Millionen Haie werden jedes Jahr gefangen. Jetzt wollen Forscher weltweit die Tiere zählen – der Raubfisch ist unersetzlich für die marinen Ökosysteme.
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Pro Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen. Quelle: dpa
Gejagter Jäger

Pro Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen.

(Foto: dpa)

WashingtonMit Hilfe eines Köder-Tricks wollen Meeresbiologen erstmals weltweit Haifische zählen. Dazu würden mit Ködern bestückte Unterwasser-Kameras an 400 ausgewählten Riffen der drei Ozeane angebracht, erklärte der Haifischexperte Mike Heithaus von der Florida International University in den USA.

Das „Global FinPrint“ genannte Projekt soll bis 2018 klären, wo Haifischbestände noch gesund sind oder wo schon gefährdet. Zudem soll der Einfluss der Haie auf das Ökosystem von Riffen erforscht werden.

Weltweit werden jedes Jahr bis zu hundert Millionen Haie getötet. Zahlreiche Hai-Populationen gelten deshalb als bedroht.

„Viele wissen es nicht, aber Menschen brauchen Haie“, sagte Heithaus und verwies auf deren Schlüsselrolle in der Nahrungskette wie etwa zum Schutz von Seegraswiesen: Haie erhalten das natürliche Gleichgewicht, indem sie Schildkröten und Seekühe fressen.

Ohne Haie würden sich diese Arten wiederum stark vermehren und das Seegras überweiden. Seegraswiesen seien aber ein wichtiger Lebensraum und Kindergarten für Fischarten und Krabben, die wiederum von Menschen konsumiert werden, so Heithaus.

Wie verändern sich Ökosysteme, wenn der Hai fehlt?
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