Erster Tag im All
„Atlantis“-Crew sucht Lücken im Schild

Nach einem weitgehend reibungslosen Start hat die Besatzung der Raumfähre „Atlantis“ ihren Ersten Tag damit verbracht, den Hitzeschild zu überprüfen. Ein Teil des Außentanks hatte beim Start die Isolierung an der linken Seite des Shuttles getroffen.

HB CAPE CANAVERAL. Die Besatzung der US-Raumfähre „Atlantis“ hat den ersten Tag im All mit der Überprüfung des Hitzeschutzschilds der Raumfähre verbracht. Auf einem Foto wurde eine Beschädigung durch ein Teil des Außentanks entdeckt, das beim Start die Isolierung an der linken Seite des Shuttles getroffen hatte. Der getroffene Bereich wurde von der US-Raumfahrtbehörde vorläufig als nicht besonders gefährdet eingestuft. „Wir haben noch keine größeren Sorgen“, sagte Nasa-Sprecher Louis Parker.

Genauen Aufschluss soll bis zum Andocken an der Internationalen Raumstation am Sonntagnachmittag (Ortszeit Cape Canaveral) eine Inspektion mit dem Roboterarm des Shuttles bringen. Seit der „Columbia“-Katastrophe von 2003 wird am Tag nach dem Start der Hitzeschutzschild der Raumfähre gründlich überprüft. Die sieben „Columbia“-Astronauten kamen ums Leben, als ihr Shuttle beim Wiedereintritt in die Atmosphäre wegen einer beim Start erfolgten Beschädigung des Hitzeschutzschilds auseinander brach.

„Atlantis“ hob am Freitag um 19.38 Uhr Ortszeit (01.38 Uhr MESZ Samstag) vom Kennedy-Raumfahrtzentrum in Florida zu dem elftägigen Einsatz ab. Es ist der erste Flug einer US-Raumfähre in diesem Jahr. Der Countdown verlief nahezu reibungslos. Mehr als zwei Minuten nach dem Start löste sich aber ein Teil vom Außentank des Shuttles. Dabei handelte es sich nach Angaben von Programmmanager Wayne Hale um ein Stück Schaumstoff von der Isolierung. In dieser späten Startphase sollten vom Tank abfallende Schaumstoffteile keine Gefahr mehr sein, sagte Hale.

Ursprünglich sollte die „Atlantis“ bereits am 15. März starten. Hagelschlag hatte jedoch im Februar den Außentank beschädigt, so dass eine Reparatur notwendig wurde. An Bord der Raumfähre sind ein weiteres Segment für den Ausbau der ISS und Solarsegel, um die Kapazität der Stromversorgung zu erhöhen. Astronaut Clay Anderson soll seine Kollegin Sunita Williams nach einem halben Jahr im All als ISS-Langzeitbesatzungsmitglied ablösen. Zur Installation der neuen Bauteile sind drei Außenbordeinsätze am Montag, Mittwoch und Freitag geplant.

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