Erstes CO2-freies Kraftwerk
Schwarze Pumpe für blauen Himmel

In Brandenburg hat am Montag der Bau des weltweit ersten Braukohlekraftwerkes begonnen, das kein klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre abgeben soll. Ein CO2-freies Kraftwerk soll laut Bundeskanzlerin Merkel auch helfen, die Zukunft der Kohle zu sichern. Es gab aber auch Kritik.

HB SPREMBERG. Der Energiekonzern Vattenfall Europe errichtet die 30-Megawatt-Anlage für 50 Mill. Euro im Industriegebiet Schwarze Pumpe in der Lausitz bei Spremberg an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen. In dem Kraftwerk wird das Kohlendioxid vom Rauchgas getrennt und unter Druck verflüssigt, damit es unterirdisch gespeichert werden kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) machten am Montag den symbolischen Spatenstich im südbrandenburgischen Spremberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannte sich zur heimischen Braunkohle als langfristiger Energieträger. „Ich bin überzeugt, dass die Verstromung von Braunkohle auch in Zukunft Teil des deutschen Energiemixes ist“, sagte die CDU-Politikerin. Vor allem die ostdeutsche Braunkohle gehöre zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Technologien zur Energieerzeugung, erklärte Merkel. Deshalb werde sie einen deutlichen Anteil am neuen Energiekonzept für die Bundesrepublik haben, das bis 2007 erarbeitet werde.

Merkel begrüßte das Projekt zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes, weil dies den deutschen Versorgern mit dem Steigen der Preise für CO2-Zertifikate einen internationalen Wettbewerbsvorteil verschaffen werde. Die Pilotanlage sei zudem ein Beitrag zum weltweiten Klimaschutz. „Wenn Deutschland hier erfolgreich ist, wird uns das die Technologieführerschaft sichern“, sagte Merkel. Die Bundesregierung werde das Projekt, das Mitte 2008 in Betrieb gehen soll, mit Forschungsmitteln unterstützen. Bei einem CO2-freien Kraftwerk gehe es um „modernste Technologie, die auch exportiert werden kann.“

„Kyoto-Ziele reichen nicht“

Nach den Worten von Klaus Rauscher, Vorstandschef der Vattenfall Europe AG (Berlin), trägt das Unternehmen mit der Pilotanlage zum aktiven Klimaschutz durch Innovation bei. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die von uns favorisierte Oxyfuel-Technologie das größte Potenzial zur Senkung der CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung hat.“

Der Vorstandschef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Lars Josefsson, sagte, der Klimaschutz müsse viel weiter gehen, als die im Vertrag von Kyoto vereinbarten Ziele. Er forderte, es müsse einen globalen Preis für den Kohlendioxid-Ausstoß geben. Dies würde einen weltweiten Innovationsschub auslösen.

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