Forschung + Innovation
Erstes Herzmedikament nur für Schwarze offiziell zugelassen

Das erste Medikament, das vor allem Schwarzen hilft und vorerst nur ihnen verordnet werden soll, hat die Zulassung in den USA erhalten.

dpa BETHESDA. Das erste Medikament, das vor allem Schwarzen hilft und vorerst nur ihnen verordnet werden soll, hat die Zulassung in den USA erhalten. Die zuständige Arzneibehörde FDA (Food and Drug Administration) gab dem Mittel Bidil am grünes Licht und nannte seine Freigabe einen wichtigen Schritt zur „maßgeschneiderten Medizin“.

In Studien senkte es das Risiko eines Herztodes von Afroamerikanern mit Herzschwäche fast auf die Hälfte, während weiße Patienten von seiner Einnahme kaum profitierten.

Die Arznei hatte in den USA die Diskussion um „rassistische Medizin“ ausgelöst. Bidil ist das erste Medikament auf dem US-Markt, das speziell für eine bestimmte ethnische Gruppe verschrieben wird. Ob es außer Schwarzen auch Lateinamerikanern oder Asiaten hilft, soll als nächstes geprüft werden. Niemand hat bisher genau erforscht, warum Schwarze mehr von dem Mittel profitieren als Weiße. Bidil erhöht die Stickoxid-Werte im Körper. Viele Patienten mit progressivem Herzversagen leiden unter einem Mangel dieser natürlich vorkommenden Substanz. Der Stickoxid-Mangel ist unter Schwarzen ganz besonders ausgeprägt.

Die FDA betont, dass sich der Nutzen des Medikaments für eine ethnische Gruppe durch Zufall ergeben hatte. Die ersten klinischen Tests mit Bidil an einer gemischten Patientengruppe hatte wenig Wirkung gezeigt. Aber sie ließ erkennen, dass die wenigen schwarzen Teilnehmer der Studien überproportional reagierten. Erst nach diesem Ergebnis leitete der Hersteller Nitromed Inc. in Lexington (US-Staat Massachusetts) eine Untersuchung mit 1 050 Afroamerikanern ein, die unter Herzkrankheiten litten.

Als sich bei ihnen eine Verminderung der Todesrate von 43 Prozent und eine Abnahme der Krankenhauseinweisungen um 39 Prozent zeigte, wurde die Studie frühzeitig abgebrochen. Bidil ist eine Kombination von zwei Medikamenten, die schon seit längerem auf dem Markt sind, jedoch nicht zur Behandlung von Herzversagen: Hydralazin und Isosorbid-Dinitrat.

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