Forschung + Innovation
Erstmals Licht ferner Planeten gemessen

Rund ein Jahrzehnt nach der Entdeckung der ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben US-Forscher erstmals Licht von zwei solchen Begleitern fremder Sterne gemessen.

dpa WASHINGTON/LONDON. Rund ein Jahrzehnt nach der Entdeckung der ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben US-Forscher erstmals Licht von zwei solchen Begleitern fremder Sterne gemessen. Mit dem „Spitzer“-Weltraumteleskop beobachteten zwei Astronomenteams das Infrarotlicht der beiden heißen Riesenplaneten, die 153 und 489 Lichtjahre entfernte Sterne umkreisen.

Ein Lichtjahr sind knapp 10 000 Mrd. Kilometer. Wegen der enormen Entfernungen im Kosmos sind alle so genannten extrasolaren Planeten bislang mit indirekten Methoden nachgewiesen worden.

„Unsere "Spitzer"-Beobachtungen sind die ersten direkten Messungen von Licht sicher nachgewiesener extrasolarer Planeten“, sagte der Astrophysiker Joseph Harrington von der Cornell-Universität in Ithaca (US-Staat New York) zur Präsentation der Ergebnisse am Dienstag (Ortszeit). „Wir haben nach diesem Licht fast zehn Jahre lang gefahndet - seit der Entdeckung der ersten extrasolaren Planeten“, ergänzte David Charbonneau vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik. Solche Beobachtungen könnten Zusammensetzung und Struktur der Atmosphäre ferner Planeten enthüllen, berichtet das Team um Harrington in einer Online-Vorabveröffentlichung des britischen Fachjournals „Nature“ (DOI: 10.1 038/nature03507).

Bei rund 130 Sternen in unserer Milchstraße haben Astronomen bislang Planeten gefunden. Zumeist verrieten sie sich durch ihre Schwerkraft, mit der sie ihren Stern während einer Umkreisung leicht hin- und herwackeln lassen. Andere verdunkeln messbar das Licht ihrer Sterne, wenn sie von der Erde aus gesehen davor vorbeiziehen. Für die direkten Messungen von Strahlung extrasolarer Planeten suchten sich die beiden US-Teams zwei Riesenplaneten aus, die sehr dicht um ihre Sterne kreisen. Aufgeheizt von der Gluthitze ihres Stern leuchten beide Planeten hell im Infrarotlicht.

„Im sichtbaren Licht überstrahlt der Stern den schwachen Planetenschimmer komplett“, erläuterte Charbonneau. „Im Infraroten ist der Stern-Planet-Kontrast viel günstiger, weil der Planet sein eigenes Licht abstrahlt.“ Die Forscher sprechen in Anlehnung an den größten, aber -150 Grad Celsius kalten Planeten unseres Sonnensystems von „heißen Jupitern“. Wenn sie von der Erde aus gesehen hinter ihren Sternen hindurchwandern, sinkt die Infrarot-Helligkeit des Stern- Planeten-Systems. Aus dieser Abschwächung wissen die Forscher, welcher Lichtanteil vom jeweiligen Planeten stammt. Erste Analysen des Infrarotlichts ergeben für den einen Planeten, HD 209458b im Sternbild Pegasus, eine Temperatur von 850 Grad Celsius, für den anderen, Tres-1 im Sternbild Leier, 780 Grad Celsius.

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