Forschung + Innovation
Erstmals neue Zelltherapie gegen Herzinfarkt eingesetzt

Ärzte des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf haben nach eigenen Angaben erstmals in Deutschland eine neue Zelltherapie gegen Herzinfarkt angewandt. Sie spritzten einem 54-jährigen Patienten speziell gezüchtete Muskel-Vorläuferzellen (Myoblasten) in den infarktgeschädigten Herzmuskel.

dpa HAMBURG. Ärzte des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf haben nach eigenen Angaben erstmals in Deutschland eine neue Zelltherapie gegen Herzinfarkt angewandt. Sie spritzten einem 54-jährigen Patienten speziell gezüchtete Muskel-Vorläuferzellen (Myoblasten) in den infarktgeschädigten Herzmuskel.

Die Zellen waren dem Mann drei Wochen zuvor aus dem Unterschenkel entnommen und aufbereitet worden, wie das Team um Prof. Hermann Reichenspurner am Mittwoch mitteilte. Ob die Behandlung Erfolg hat, lässt sich allerdings erst in einigen Monaten feststellen. Eine europaweite Studie mit 300 Patienten soll die Chancen dieser so genannten autologen Zelltherapie ausloten.

Dem Hamburger Patienten, dem die körpereigenen Muskelzellen während einer Bypass-Operation vor rund zwei Wochen gespritzt worden waren, gehe es ausgezeichnet, berichtete das Ärzteteam. Er werde voraussichtlich Ende der Woche entlassen. Etwa in einem halben Jahr soll sich die Wirkung der Therapie überprüfen lassen.

„Sollten wir in der Lage sein, Schäden am Herzmuskel als Folge eines Herzinfarkts rückgängig zu machen oder das Fortschreiten einer Herzschwäche nachhaltig zu verhindern, wäre dies ein revolutionärer Fortschritt in der Behandlung des Herzinfarktes“, sagte Reichenspurner. Bisher seien nur die Infarktsymptome behandelbar. Fast alle Patienten, die einen schweren Herzinfarkt überlebten, litten in der Folge an fortschreitender Herzinsuffizienz. Weltweit seien davon etwa 20 Millionen Menschen betroffen.

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