Erweiterung des Panamakanals
Materialschlacht im Dschungel

Der Panamakanal wird für eine neue Schiffsgeneration ausgebaut. Über fünf Milliarden Dollar kostet das Megaprojekt, zehntausende Arbeiter sind an den Bauarbeiten beteiligt. Doch in Nicaragua wächst Konkurrenz heran.
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Panama-StadtNur zur Mittagszeit fallen die Strahlen der sengenden Tropensonne auf den Grund der dritten Schleuse des Panamakanals. Den Rest des Tages werfen die über 30 Meter hohen Betonwände ihre langen Schatten in den gigantischen Hohlweg. Hunderte Arbeiter schuften rund um die Uhr auf der derzeit wohl größten Baustelle der Welt. Sie treiben Armierungen in die Wände, verlegen Schienen für die Schleusentore und verdichten den Boden.

Kipplaster in der Größe von Mehrfamilienhäusern pflügen durch den roten Schlamm. Über ihnen ragt ein Wald von Kränen in den stahlblauen Himmel.

„Der nächste große Schritt ist die Installation der Schleusentore“, sagt Yira Flores, die für die Verwaltung des Panamakanals die Erweiterungsarbeiten betreut. „Sie werden mit Selbstfahrlafetten in das Becken gefahren, dort aufgerichtet und in die Kammern gehoben.“

Die Stahlkolosse wurden in Italien gefertigt und mit Spezialschiffen über den Atlantik gebracht. Jedes Tor ist 57,6 Meter lang, durchschnittlich 30 Meter hoch, zehn Meter dick und wiegt 3300 Tonnen. Allein die Herstellung, der Transport und die Installierung der insgesamt 16 Schleusentore kosten 547 Millionen US-Dollar (406 Mio. Euro).

100 Jahre nach der Eröffnung des Panamakanals wird die Wasserstraße für eine neue Schiffsgeneration ausgebaut. Künftig sollen auch Frachter der sogenannten Post-Panamax-Klasse mit bis zu 14.000 Standardcontainern (TEU) die Wasserstraße passieren können. Derzeit können nur Schiffe mit maximal 4400 Containern geschleust werden.

„Wenn wir fertig sind, werden nur sieben Prozent aller Frachter weltweit zu groß für den Panamakanal sein“, sagt der Pressesprecher der Kanalverwaltung, Vicente Barletta. Mit zwölf bis 15 Schiffen der Post-Panamax-Klasse rechnet er pro Tag.

Für die Erweiterung werden auf der Atlantik- und Pazifikseite neue Zufahrten ausgeschachtet, zwei neue Schleusen gebaut und die engste Stelle des Kanal, der sogenannte Culebra Cut, verbreitert und vertieft. Insgesamt räumen die Arbeiter rund 110 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein ab.

„Hier auf der Pazifikseite haben wir einen ganzen Berg geschliffen“, erzählt Flores und deutet auf die Puente Centenario. „Früher konnte man die Brücke von hier aus gar nicht sehen.“ Allein am neuen Schleusensystem arbeiten derzeit 6000 Menschen. Seit Beginn der Kanalerweiterung 2007 waren 34.000 Arbeiter auf den Baustellen beschäftigt.

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