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Esa will sich an russischer Raumfähre „Klipper“ beteiligen

Die Europäische Weltraumorganisation Esa will sich an der wieder verwendbaren russischen Raumfähre „Klipper“ beteiligen. Die Gespräche darüber seien allerdings erst im Vorstadium, die Pläne sollten der Esa-Ministerrunde im Dezember vorgelegt werden, erklärte Esa-Sprecher Franco Bonacino.

dpa PARIS. Die Europäische Weltraumorganisation Esa will sich an der wieder verwendbaren russischen Raumfähre „Klipper“ beteiligen. Die Gespräche darüber seien allerdings erst im Vorstadium, die Pläne sollten der Esa-Ministerrunde im Dezember vorgelegt werden, erklärte Esa-Sprecher Franco Bonacino.

„Das ist ein Anfang, wobei sich auch die Japaner für das Vorhaben interessieren könnten“, sagte Bonacino am Montag in Paris. Sollten diese „Klipper“-Pläne verwirklicht werden, begänne für die Esa das Zeitalter der eigenen bemannten Raumfahrt.

Die „Sächsische Zeitung“ hatte am Montag berichtet, neben der bemannten Raumfahrt solle es außerdem bei Trägerraketen sowie bei Satellitennavigation und Telekommunikation Kooperationen geben.

Bereits Mitte Juni hatte der Leiter der russischen Raumfahrtorganisation Roskosmos, Anatoli Perminow, mitgeteilt, dass ein gemeinsamer Kooperationsvertrag auf den Weg gebracht worden sei. „Klipper“ soll von Baikonur in Kasachstan sowie wahrscheinlich auch vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana aus starten. Falls das Vorhaben finanziert werden kann, dürfte „Klipper“ nach den Angaben im Jahr 2011 erstmals - noch unbemannt - abheben. Nach den Testflügen sind erste bemannte Flüge für 2012 vorgesehen.

Auf der diesjährigen Luft- und Raumfahrtmesse von Le Bourget bei Paris hatte Russland sein Modell eines neuen Raumschiffes erstmals vorgestellt. „Klipper“ ist nach Angaben aus Fachkreisen für bis zu sechs Raumfahrer gedacht und soll weitaus kostengünstiger werden als die US-Raumfähren. Einsetzbar wäre das neue Raumschiff für Flüge zu der Internationalen Weltraumstation ISS und möglicherweise auch zum Mond sowie zum Planeten Mars. Der „Klipper“ hat nach oben gerichtete Tragflächen, so dass er auf längeren Startbahnen aufsetzen könnte.

Die Space Shuttles der Nasa sind bislang weltweit die einzigen wieder verwendbaren Raumfähren. Nach dem Unglück der „Columbia“, bei dem am 1. Februar 2003 sieben Astronauten umkamen, steht an diesem Mittwoch der erste Shuttle-Start seit zweieinhalb Jahren an. Allerdings soll die Flotte in fünfeinhalb Jahren ausgemustert und durch Nachfolgemodelle ersetzt werden. Da könnte „Klipper“ eine ernsthafte Konkurrenz darstellen.

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