Forschung + Innovation
Ethikrat legt Stellungnahme zum Klonen und zu Biopatenten vor

Der Nationale Ethikrat will noch in diesem Monat Stellungnahmen zu zwei äußerst umstrittenen Themen vorlegen - zur Frage des Klonens menschlicher Embryone zu Forschungszwecken und zu den Biopatenten.

dpa BERLIN. Der Nationale Ethikrat will noch in diesem Monat Stellungnahmen zu zwei äußerst umstrittenen Themen vorlegen - zur Frage des Klonens menschlicher Embryone zu Forschungszwecken und zu den Biopatenten.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ will der 25-köpfige Rat der Bundesregierung bereits an diesem Montag empfehlen, dass das therapeutische Klonen bis auf weiteres verboten bleiben soll. Ende September soll dann die Stellungnahme zu den Biopatenten folgen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Sonntag aus dem Rat.

Zur Frage des Klonens lehnte der Ratsvorsitzende Spiros Simitis am Sonntag eine Stellungnahme ab. Nach dpa-Informationen entspricht der „Focus“-Bericht jedoch nicht den tatsächlichen Empfehlungen. Details wurden nicht genannt.

Der Bundestag hatte sich 2003 mit großer Mehrheit für ein weltweites und umfassendes Klon-Verbot ausgesprochen. Die Entscheidung in Großbritannien, erstmals in Europa das so genannte Forschungsklonen zu erlauben und damit möglicherweise die Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu erleichtern, hat die Debatte neu entfacht.

Wie das Votum des Gremiums zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zu den Biopatenten aussieht, ist noch nicht klar. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will eine Richtlinie der EU umsetzen und damit den Missbrauch von Gentechnologie verhindern. Der Entwurf soll klären, welche biotechnologischen Erfindungen patentiert werden können. Von dem Gesetzesvorschlag betroffen sind sowohl Patente auf menschliches als auch auf tierisches und pflanzliches Genmaterial.

Die Grünen hatten Änderungen an Zypries Entwurf angemahnt. Sie befürchten, dass die Wirtschaft Patente auf die Erbsubstanz von Menschen, Tieren oder Pflanzen erlangen könnte. Die Vorlage ist bereits in erster Lesung im Bundestag beraten worden und wird nun in den Ausschüssen diskutiert. Nach Angaben des Bundesjustizministeriums vom Sonntag findet Ende September eine Sachverständigenanhörung statt. Ob der Entwurf so bleibe, stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin.

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