Eurocopter
Ein Hubschrauber für Pendler

Mit dem Hubschrauber zur Arbeit? Manche Firmenchefs denken ernsthaft darüber nach, ihre Angestellten aus der Luft zur Arbeit pendeln zu lassen. Eurocopter hätte das passende Modell dafür.
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BerlinLutz Bertling ist Ingenieur, kein Kaufmann - und die reine Lehre der Ökonomie ist dem Eurocopter-Chef herzlich egal. Daran ließ der 50-Jährige gestern nicht den geringsten Zweifel. Denn eigentlich ist die Produktivität eine Kennziffer, die das Leistungsvermögen von Arbeitnehmern beschreibt. Bertling aber hat sie mit der intellektuellen Stringenz und Respektlosigkeit eines Naturwissenschaftlers eben mal flugs für Hubschrauber definiert.

„Oben steht die Geschwindigkeit, multipliziert mit der Flugzeit und der Zahl der beförderten Personen“, dozierte er auf der internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Berlin vor einigen sichtlich erstaunten Zuhörern, während er mit dem rechten Arm einen imaginären Bruchstrich in die Luft malte. „Und unten dividieren Sie durch die Betriebskosten“. Fertig.

Fast jedenfalls, denn dann kommt das Ist-Gleich-Zeichen. Und dahinter das Ergebnis, das er aber nicht verraten will. Nur soviel: Die Betriebskosten des neuen X3, von dem es bisher nur einen Prototypen gibt, seien zwar höher als bei anderen Transporthubschraubern - doch pro beförderter Person und Kilometer sind sie laut Bertling 30 Prozent niedriger.

„Dazu kommt, dass der neue Hubschrauber sehr viel schneller und dennoch leiser ist als andere Modelle - sowie extrem vibrationsarm“, so der Chef der EADS-Tochter. Darum biete das Fluggerät ganz neue Perspektiven - „zum Beispiel im Pendelverkehr“. Wie bitte? Hin zur Arbeit und zurück im Hubschrauber?

Laut Bertling kann der Einsatz eines X3 im Personentransport auf mittleren Strecken, also etwa zwischen München und Stuttgart oder auch der Rhein-Main Region, durchaus Sinn machen. Was auch einige Zahlen belegen: Ein Eurocopter AS 365 Dauphin mit einer Passagierkapazität von zwölf Personen verbraucht laut dem Internetportal „aircraftcompare.com“ 0,63 Liter pro Kilometer.

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Eine Landebahn ist nicht zwingend notwendig

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  • Als 2010 Grünen-Chef Cem Özdemir zu einem Fernsehauftritt in Stuttgart zu spät mit dem Flugzeug gelandet ist, hat er für eine Strecke mit 31 Minuten S-Bahn Fahrzeit den Hubschrauber genommen. Wenn also selbst der Grünen-Chef mit dem Hubschrauber reist, kann es ja nur umweltfreundlich sein.

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