Europäer planen bemanntes Raumfahrzeug
Mit dem Weltraumtaxi zur ISS

Die Europäer könnten bald eine bedeutendere Rolle bei der Erkundung des Weltraums übernehmen: EADS Astrium zeigt auf der Luftfahrtmesse Ila in Berlin das Modell eines europäischen bemannten Raumfahrzeugs. Ein erster Einsatz des Transporters ist für 2013 avisiert.

BERLIN. Nach dem Einbau eines eigenen, bemannten Labors - des sogenannten Columbus-Moduls - in die Raumstation ISS (International Space Station) und vollautomatischen Andocken des größten unbemannten Raumtransporters der Welt, des neu entwickelten europäischen "ATVs", an die Raumstation, spielen europäische Raumfahrtexperten mit dem Gedanken, ein eigenes bemanntes Raumfahrtzeug zu entwickeln.

Nachdem Astrium - die Raumfahrtsparte der European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) - Anfang des Monats in Bremen eine Machbarkeitsstudie über die Weiterentwicklung des "ATV" zu einem bemannten Raumfahrzeugs vorgestellt hatte, wird das Unternehmen nun in der nächsten Woche auf der internationalen Luft- und Raumfahrt-Ausstellung Ila in Berlin-Schönefeld (27. Mai bis 1. Juni) erstmals ein Modell des sogenannten "ATV-Evolution" in Orginalgröße präsentieren.

Das bemannte europäische Raumfahrzeug wäre für den Betrieb der ISS von hohen Nutzen. Denn ab 2010 soll der große bemannte US-Raumtransporter (Space Shuttle), der bis jetzt Lasten sowohl zur Raumstation als auch von der ISS zur Erde transportiert, endgültig ausgemustert werden. Ein amerikanisches Nachfolgefahrzeug dürfte frühestens fünf Jahre später zur Verfügung stehen.

In der Zwischenzeit können nur die sehr beengten, dreisitzigen russischen Sojus-Fahrzeuge Menschen auf die Raumstation und zurück zur Erde transportieren. Zwar wird für den Frachttransport nach wie vor auch der unbemannte russische Transporter "Progress" zur Verfügung stehen. Doch schleppt der allenfalls zwei Tonnen auf die Umlaufbahn - zu wenig nach dem Wegfall des US-Shuttle. Der Europa-Transporter kann dagegen jeweils etwa acht Tonnen Nutzlast ins All wuchten.

Die Astrium-Entwickler haben jedoch noch mehr im Sinn. Das neue Weltraumfahrzeug ist für drei Astronauten gedacht. Diese könnten darin bis zu zwei Wochen im Weltall unterwegs sein. Das würde ausreichen, um europäische Astronauten auch zum Mond und sicher zurück zur Erde zu bringen. Realisiert werden könnte das neue Raumfahrzeug in zwei Stufen. Da der bisherige ATV-Raumtransporter nur für einmaligen Gebrauch bestimmt ist - man lädt ihn an der Raumstation aus und schickt ihn später auf einer relativ steilen Bahn zurück, auf der es beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht -, muss er zunächst so weiterentwickelt werden, dass er rückführbar und wieder verwendbar ist. "Das erscheint machbar und technisch nicht all zu schwierig", sagt Astrium-Sprecher, Mathias Spude.

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