Europäische Mission
„Venus Express“ ist auf gutem Weg

Die europäische Raumfahrtbehörde hat ihre erste Venus-Mission erfolgreich gestartet. Die Sojus-Rakete mit der Raumsonde "Venus Express" an Bord hob pünktlich um 4.33 Uhr (MEZ) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur ab. Später hieß es, die Sonde habe sich planmäßig von ihrer Trägerrakete getrennt, und alle Bordsysteme funktionierten einwandfrei.

HB DARMSTADT. Die erlösende Nachricht kam um 6.33 aus dem Hauptkontrollraum des Europäischen Satellitenkontrollzentrums in Darmstadt. „Vor fünf Minuten haben wir ein Signal empfangen“, berichtete Flugdirektor Paolo Ferri per Videoschaltung den gut 200 Gästen, die sich in einem Nachbargebäude versammelt hatten. Applaus brandete auf, Sekt wurde hereinbracht. Genau zwei Stunden nach dem Start im kasachischen Baikonur war damit klar: „Venus Express“, die erste europäische Mission zum Schwesterplanet der Erde, befindet sich auf gutem Weg. Der ursprünglich bereits für den 26. Oktober vorgesehen Start war verschoben worden, weil kurz zuvor Verunreinigungen in der Verkleidung der Rakete gefunden worden waren, die sich jedoch später als harmlos erwiesen hatten.

„Wir haben eine neue Mission“, sagte der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), Jean-Jacques Dordain, kurz darauf zunächst etwas nüchtern, um dann doch emotional zu werden. „Es ist ein neues Baby“, schwelgte er. „Es kommuniziert, es steckt schon voller Energie, und wie jedes Baby ist es das schönste.“ Mit sichtlichem Stolz fügte er hinzu: „Das ist eine Bestätigung, dass die ESA eines der besten wissenschaftlichen Programme der Welt hat.“

Tatsächlich hat die Agentur mit „Venus Express“ nach der Mondsonde „SMART-1“, dem Kometenjäger „Rosetta“ und dem spektakulären „Mars Express“ eine weitere ehrgeizige Mission auf den Weg gebracht. Von Mitte kommenden Jahres an soll die neue Sonde rund 500 Tage lang umfangreiche Daten über den heißen Nachbarn der Erde sammeln. Denn obwohl die Venus bereits Ziel einer ganzen Reihe von Raummissionen war, stellt sie die Wissenschaft noch immer vor Rätsel. Unklar ist etwa, warum sie kein eigenes Magnetfeld hat und warum sie sich viel langsamer als die übrigen Planeten des Sonnensystems dreht.

Das besondere Interesse der europäischen Mission gilt der Atmosphäre des Planeten. „Auf der Venus gibt es einen Treibhauseffekt wie auf der Erde, nur viel stärker“, erläutert ESA-Planetenforscher Detlef Koschny. „Wenn wir den verstehen, können wir vielleicht auch den Treibhauseffekt auf der Erde besser verstehen.“ Schließlich seien sich die Schwesterplaneten ursprünglich sehr ähnlich gewesen, bevor sich auf der Venus die heutigen lebensfeindlichen Bedingungen mit Temperaturen von bis zu 480 Grad Celsius und einem Atmosphärendruck wie in fast 1000 Meter tiefem Wasser entwickelten.

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