Europäische Raumfahrt
Ariane-Programm wird ausgebaut

Frankreich und Deutschland haben sich auf ein Programm für Europas Raumfahrt geeinigt. Die Ariane 5-ME wird weiterentwickelt und soll 2017/2018 das erste Mal starten. Außerdem arbeitet die Esa mit der Nasa zusammen.
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NeapelDie europäische Raumfahrt will auch in wirtschaftlich klammen Zeiten ihren Zugang zum Weltall sichern. Dies soll mit einem zweiteiligen Ausbau des Programms der europäischen Ariane-Trägerraketen geschehen. Darauf einigten sich die beiden größten Beitragszahler der Europäischen Weltraumorganisation (Esa), Frankreich und Deutschland, nach harten Verhandlungen in Neapel. Sie stellten damit die Weichen für eine erfolgreiche Ratstagung der 20 Esa-Mitgliedsstaaten zum Raumfahrtprogramm der kommenden Jahre.

Die von deutscher Seite gewünschte Fortentwicklung einer Ariane 5-ME solle 2017/2018 zum Erstflug führen, sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze (CDU) der dpa. Gleichzeitig werde bis zum Jahr 2014 in einem Studienprogramm eine Entscheidung je nach Marktlage für Satellitenstarts über die von den Franzosen bevorzugte neue Ariane 6 vorbereitet. Sie soll kleiner sein als die bisherigen Trägerraketen und frühestens 2021 starten können. Dabei solle möglichst die wiederverwendbare neue Oberstufe der Ariane 5-ME auf die neue Trägerrakete aufgesteckt werden, erläuterte Hintze.

In den harten und erfolgreichen Verhandlungen in Neapel habe es auch bei der Unterstützung der Internationalen Weltraumstation ISS einen Kompromiss gegeben, erklärte der CDU-Staatssekretär. Sie werde bis zum Jahr 2020 über Sachleistungen erfolgen. Die Esa wolle der US-Raumfahrtbehörde Nasa ein Servicemodul für einen Raumgleiter zur Verfügung stellen. Diese Zusammenarbeit bei einem Raumtransporter mit der Nasa sei ein Durchbruch. Hintze zeigte sich sehr zufrieden: Paris und Berlin hätten in zentralen Fragen strittige Punkte ausgeräumt.

Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain nannte es einen großen Erfolg, in Neapel trotz der wirtschaftlichen Lage mehr als zehn Milliarden Euro für das Investitionsprogramm bewilligt bekommen zu haben. „Raumfahrt ist Investition in die Wirtschaft“, sagte er. Die Esa erhält damit in etwa die Mittel wie in den vergangenen Jahren.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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