Europäische Raumsonde
„Rosetta“ passiert den Mars

Die europäische Forschungssonde „Rosetta“ hat am Sonntagmorgen eine wichtige Kurskorrektur auf ihrer sieben Milliarden Kilometer langen Reise durch das All gemeistert. Der Kometenjäger hat den Mars passiert und nimmt nun sein eigentliches Ziel ins Visier.

HB DARMSTADT. Die Raumsonde flog mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 000 Kilometern pro Stunde in 250 Kilometern Abstand am roten Planeten vorbei. Die Sonde verschwand dabei für eine Viertelstunde hinter dem Planeten. Die Sonde ist mit ihren Sonnensegeln eigentlich nicht darauf ausgerichtet, die dunkle Seite des Mars zu passieren: Während der Zeit waren die elektrischen Systeme abgeschaltet. Eine minimale Abweichung hätte das Ende der Mission bedeutet.

Die Wissenschaftler im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt reagierten mit Applaus, als sie nach einer Funkstille wieder Signale empfingen. „Wir sind alle sehr glücklich“, sagte Rosetta-Manager Andrea Accomazzo. Durch den Vorbeiflug am Mars wurde die vor zwei Jahren gestartete Sonde etwas abgebremst, um den richtigen Kurs zu halten. Nächstes Ziel ist am 13. November das Gravitationsfeld der Erde, um Schwung für den weiten Weg zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko zu holen.

Die Wissenschaftler versprechen sich von dem Projekt Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren und über die Frage, ob Kometen zur Entstehung von Leben auf der Erde beigetragen haben. Wenn die Sonde von der Größe eines Wohnwagens im Jahr 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erreicht, soll sie den Brocken aus Schnee und Staub im Abstand von 25 Kilometern umkreisen und einen geeigneten Landeplatz für den etwa 100 Kilogramm schweren Landeapparat finden. Das Modul soll dann etwa zwei Jahre lang die genaue Zusammensetzung des 1969 entdeckten Kometen ergründen.

Rosetta ist das bisher komplizierteste und mit etwa einer Milliarde Euro Gesamtkosten auch teuerste Vorhaben der europäischen Weltraumbehörde ESA. Mit etwa 300 Millionen Euro trägt Deutschland den größten Anteil. Insgesamt sind 14 europäische Länder und die USA an dem Projekt beteiligt.

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