Europäischer Erfinderpreis 2013
Festakt für die besten Erfinder der Welt

Sechs Antworten auf bohrende Fragen unserer Zeit: In Amsterdam ist der Europäische Erfinderpreis verliehen worden. Unter den Gewinnern ist der Tüftler, der die Grundlage für Tablets und Smartphones geschaffen hat.
  • 0

AmsterdamSie kommen aus Europa und anderen Teilen der Welt – und sie haben diese Welt ein Stückchen vorangebracht: Alljährlich seit 2006 ehrt das Europäische Patentamt (EPA) die besten Erfinder der Welt mit dem Europäischen Erfinderpreis. Beim diesjährigen Festakt am heutigen Dienstag in Amsterdam wurden insgesamt sechs Preisträger ausgezeichnet, in Anwesenheit von Prinzessin Beatrix der Niederlande, EU-Kommissar Michel Barnier, EPA-Präsident Benoit Battistelli sowie zahlreicher Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Anders als im vergangenen Jahr fanden sich diesmal keine Erfinder aus Deutschland unter den Geehrten. Stattdessen gingen die Preise in fünf verschiedene EU-Staaten, in der Kategorie „Außereuropäische Länder“ siegte der in den USA lebende indische Computerspezialist Ajay Bhatt. Er gilt als „Vater“ der USB-Schnittstelle, die mittels einfacher Steckverbindung eine reibungslose Kommunikation zwischen Computer und Peripheriegeräten ermöglicht. Die Anfang der 1990er Jahre von dem Intel-Forscher entwickelte Technologie wird heute als bedeutendste Computer-Erfindung nach dem Mikroprozessor angesehen und kommt in unzähligen Rechnern, Smartphones, Webcams und anderen Geräten zum Einsatz.

Sieger in der Kategorie „Industrie“ wurden die Österreicher Claus Hämmerle und Klaus Brüstle für ihre Entwicklung eines Dämpfungssystems für Möbelscharniere. Die patentierte „Blumotion“-Technologie ähnelt den Stoßdämpfern im Auto, mit ihr lassen sich Türen, Klappen und Auszüge sanft und leise schließen. Dem österreichischen Küchenhersteller Blum, der die Technologie vermarktet, bescherte „Blumotion“ einen satten Gewinnsprung auf rund 1,3 Mrd. Euro pro Jahr. Mittlerweile exportiert Blum das System in mehr als 100 Länder weltweit.

„Es ist eine besondere Auszeichnung für einen Ingenieur, wenn seine Arbeit von einer derart hochrangigen Jury ausgewählt wird“, sagte Hämmerle dem Handelsblatt am Rande der Feierlichkeiten. „Aber ich verstehe das auch als Auszeichnung aller an dem Projekt Blumotion beteiligten Mitarbeiter, deshalb treten wir hier auch als Team auf.“

Auch die Forschungen von Pål Nyrén haben die Tür zu einem Milliardenmarkt aufgestoßen. Der Schwede erhielt den Erfinderpreis in der Kategorie KMU für seine Entwicklung der sogenannten Pyrosequenzierung. Sie macht es heute möglich, ein menschliches Genom schnell und vergleichsweise kostengünstig zu entschlüsseln. Forscher erhoffen sich davon neue Behandlungsmöglichkeiten für lebensbedrohliche Krankheiten wie etwa Krebs.

Kommentare zu " Europäischer Erfinderpreis 2013: Festakt für die besten Erfinder der Welt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%