Europäischer Erfinderpreis
Der Mücken-Terminator

Das gefährliche Dengue-Fieber breitet sich weltweit aus, Impfungen und Medikamente gibt es bislang nicht. Der Brite Luke Alphey hat trotzdem einen Weg gefunden, die Krankheit einzudämmen - mit einem genetischen Trick.
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BerlinLuke Alphey hatte nie vor, sich mit Tropenkrankheiten zu beschäftigen. Auch eine Firmengründung gehörte nicht gerade zum Lebensplan des Briten. „Solche Ausgründungen sind hier in Oxford eher unüblich“, sagt er. Doch es kam anders als geplant – zum Glück für Millionen von Menschen, die in Regionen leben, in denen das Dengue-Fieber grassiert.

Der Genetiker hat einen Weg gefunden, die Verbreitung der Gelbfiebermücke Segimyia aegyptii einzudämmen. Sie überträgt neben dem namensgebenden Gelbfieber auch das heimtückische Dengue-Fieber – eine Krankheit, die mittlerweile fast weltweit anzutreffen ist. Zu den Hauptverbreitungsgebieten gehören heute Lateinamerika, Zentralafrika, Indien, Südostasien, Teile des Pazifiks und der Süden der USA. Selbst in Europa kam es bereits zu lokalen Ausbrüchen, in Südfrankreich etwa und in Kroatien.

Fast 400 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr mit dem Dengue-Virus. Rund 500.000 müssen nach Angaben der WHO in Kliniken behandelt werden, davon sterben etwa 2,5 Prozent. Die Krankheit, gegen die bislang weder Impfstoff noch Medikamente existieren, verläuft äußerst unterschiedlich: Die Symptome können denen einer schweren Grippe ähneln. In schweren Fällen kann es, ähnlich wie bei Ebola, aber auch zu einem hämorrhagischen Fieber kommen, bei dem die Betroffenen regelrecht innerlich verbluten.

„Das Schlimme ist, dass von diesem schweren Verlauf meistens Kinder betroffen sind“, sagt Alphey. Da die übertragende Gelbfieber-Mücke tagaktiv ist, sei es auf Dauer schwer, sich vor Stichen zu schützen. „Das macht diese Mücke für mich zu einem gefährlichsten Tiere der Welt.“

Alphey wollte schon als Kind Forscher werden. „Mathe und Biologie waren meine Fächer, das interessierte mich“, sagt er. Er wählte bereits in der Schule einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Später folgte ein Biologie-Studium an der Universität Cambridge, 1988 die Promotion an der Universität Dundee. Nach einigen Karriere-Stationen am Imperial College London, der Universität Dundee und an der Universität Manchester wurde er 1997 Forschungsbeauftragter für Genetik am Zoologischen Institut der Universität Oxford, wo er heute noch eine Gastprofessur innehat.

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  • Das sehen Greenpeace und die davon abhängigen Politiker der Grünen und Linken sowie die Mainstream Agenturen , von denen auch HBO immer wieder unkritisch abschreibt , ganz anders !
    Die entsprechende grüne Propaganda wird auch hier noch kommen:

    Nach deren überwältigender Meinung ist die dabei verwendete Gentechnik von Hause aus böse und des Teufels, man muss und darf also gar nicht mehr darüber sprechen. Das verwendete Teramycin als Marker erhöht angeblich die Antibiotika-Resistenz von resistenten , menschlichen Krankenhauskeimen, obwohl das nichts damit zu tun hat. Die Abtötung der Mücke schädigt deren Fressfeinde (Vögel) und bringt dadurch die ganze Natur durcheinander!

    Deshalb liebe mainstream abhängigen Redakteur merke :
    Die Sorgen der grün angehauchten um die wahre Ideologie bemühten, sind ähnlich wie bei der verbotenen Malaria-Bekämpfung durch das inzwischen als unschädlich erkannte DDT, auch hier wesentlich wichtiger als einige zehntausende Tote, die noch dazu nicht einmal in Europa anfallen !

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