Europäischer Erfinderpreis
Europa ehrt die besten Erfinder der Welt

Festakt für einige der klügsten Köpfe der Welt. In Paris ist der Europäische Erfinderpreis 2015 verliehen worden – unter anderem an die Erfinder einer Technik, die aus modernen Smartphones kaum noch wegzudenken ist.
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ParisIn Paris sind am Donnerstag die Europäischen Erfinderpreise 2015 überreicht worden. Bei dem vom Europäischen Patentamt (EPA) veranstalteten Festakt wurden Erfinder aus sieben Nationen ausgezeichnet. 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hatte EPA-Präsident Benoît Battistelli zu der feierlichen Preisverleihung ins Palais Brongniart, Sitz der historischen Börse im Zentrum der französischen Hauptstadt, eingeladen.

Der Europäische Erfinderpreis gilt als wichtigster Preis für Innovation in Europa. Er wird seit 2006 jährlich vom EPA verliehen und soll Erfinder ehren, die mit ihrer Arbeit technische Lösungen für die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit entwickelt haben. So wie Ludwik Leibler.

Der Franzose hat eine neue Klasse von Kunststoffen entwickelt, mit denen sich die wachsenden Plastikmüll-Berge bekämpfen lassen. Die sogenannten Vitrimere sind zu 100 Prozent recycelbar und haben die Fähigkeit zur Selbstheilung – eine umweltschonende Alternative zu Glas oder Metallen etwa im Fahrzeugbau oder in der Elektronik. Für diese Entwicklung wurde Leibler mit dem Erfinderpreis in der Kategorie Forschung ausgezeichnet.

Diagnose Brustkrebs: Für viele Frauen bedeutet das einen belastenden Marathon aus OP, Bestrahlung und Chemotherapie. Die Niederländerin Laura van ‘t Veer hat einen genbasierten Gewebetest entwickelt, der im Frühstadium der Krankheit verlässliche Aussagen ermöglicht, ob eine Chemotherapie wirklich notwendig ist. Dank dieser Erfindung können Mediziner vielen Patientinnen diese belastende Behandlung ersparen. Dafür hat Laura van ‘t Veer den Erfinderpreis in der Kategorie Kleine und mittlere Unternehmen erhalten.

Postume Ehrung für chinesischen Krebsforscher

Auch der per Abstimmung auf der EPA-Website vergebene Publikumspreis wurde in diesem Jahr für eine Innovation auf dem Gebiet der Krebs-Bekämpfung verliehen. Der Australier Ian Frazer konnte rund ein Drittel der insgesamt 47.000 abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Gemeinsam mit seinem 1999 verstorbenen chinesischen Forschungskollegen Jian Zhou, für den seine Witwe Xiao Yi Sun den Preis entgegennahm, wurde er für die Entwicklung von Gardasil ausgezeichnet. Dieser Impfstoff bekämpft das Humane Papillomvirus, einen Erreger von Gebärmutterhalskrebs.

„Die Entwicklung von Gardasil hat zahllose Leben gerettet“, so EPA-Präsident Battistelli. „Die Auszeichnung mit dem Publikumspreis zeigt, wie dankbar die Menschen für diese bahnbrechende Erfindung sind.“

Einen Preis für sein Lebenswerk erhielt der Schweizer Andreas Manz. Mit seinem Lab-on-a-Chip revolutionierte er die Analysetechnik. Mikrochips mit integrierten Pumpen, Ventilen und Kanälen ermöglichen Forschern medizinische, biologische oder chemische Analysen in einem Bruchteil der Zeit und zu deutlich geringeren Kosten gegenüber klassischen Laboranalysen. DNA-Schnelltests zur Prävention von Erbkrankheiten gehören heute zu den wichtigsten Anwendungen der von Manz entwickelten Chiptechnik.

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