Europäisches Navigationssystem
Galileos ungewisse Zukunft

Anfang Mai ist es endlich soweit: Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo startet – allerdings nur im Miniaturformat. Und nicht im All, sondern am Boden, genauer im Berchtesgardener Land, wo bei einem Testprojekt Anwendungen von Galileo erprobt werden.

bn BERLIN. Wann aber das System selbst an den Start geht, steht in den Sternen. Beteiligte halten es sogar für möglich, dass Galileo niemals über die Gipfel des Berchtesgardener Landes hinauskommt, wo mehrere Sendestationen Signale in einem 65 Quadratkilometer großen Testgebiet verschicken.

Dabei war das Projekt 2003 mit viel Vorschusslorbeeren und Superlativen gestartet. Von „Europas größtem Technologietraum“ war die Rede. Der Traum sieht so aus: In grenzüberschreitender Zusammenarbeit erschaffen europäische Unternehmen, unterstützt von der Politik, ein globales Navigationssystem. Dieses soll dem bisherigen Monopolisten, dem vom US-Militär kontrollierten Global Positioning System (GPS), nicht nur technisch weit überlegen sein. Anders als GPS soll Galileo überdies für seine Berteiber ein erkleckliche Einnahmequelle sein. Die Nutzung von GPS ist kostenlos.

Doch es ist, wie so oft: Am Geld entzündet sich der Streit. Die acht beteiligten Unternehmen (siehe Grafik) fordern Sicherheitsgarantien der öffentlichen Hand, die jedoch die EU rechtlich nicht gewähren darf. Die Frage der Haftung birgt einige Brisanz. Denn Geld verdienen soll Galileo vor allem mit einem garantierten Signal, das Schiffe, Züge oder Flugzeuge sicher ans Ziel bringt. Nun wird darum gestritten, wer dafür haftet, wenn es zu Pannen oder Unfällen kommt.

Diese Konflikte haben auch dazu geführt, dass sich die Unternehmen seit einem Jahr nicht auf die Struktur einer Betreibergesellschaft für das Projekt einigen können. Hier kommt der Widerstand der Spanier hinzu, die stärker beteiligt werden wollen. Die EU-Kommission hat den Unternehmen nun ein Ultimatum bis zum 10. Mai gesetzt. Bis dahin soll es eine Gesellschaft geben, deren Vorstand für alle Partner sprechen kann. Ursprünglich sollte Galileo 2008 einsatzbereit sein. Derzeit ist der offizielle Starttermin 2011. Industrieverbände sprechen aber bereits von 2012 und 2014.

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